Es ist mehr als sechs Jahre her, dass ich im Fußballsport mein Karriereende verkündete, auf´s Rad wechselte und die Fußballschuhe an den Nagel hing. Aufgrund der Witterungsverhältnisse begann ich zum Winter hin mit Lauftraining und ließ das Rad immer öfter stehen. Schnell stellte ich fest, dass diese Form des Ausgleichssports mich konditionell nach vorne brachte und Spaß macht. Auch der Wunsch gelegentlich mal wieder gegen den Ball zu treten keimte wieder in mir auf. Durch Zufall kam ich mit Hans Werner ins Gespräch und ließ mich für die Alte Herren des Jus Fischbek rekrutieren. Um konditionell weiter zu kommen, ein wenig mittrainieren und gelegentlich bei den Spielen aushelfen, mehr wollte ich nicht und mehr sollte es auch nicht werden.
Doch es wurde mehr. Den alten Männern war meine Spielweise zu hart und ehrgeizig. Ein Gespräch mit dem Trainer, ein kurzes Probetraining und schon bin ich voll am Arsch. Plötzlich finde ich mich nun im Kreise von 24 Spielern der I. Herren wieder und kämpfe, vom Ehrgeiz gepackt, um einen Platz im Kader der Truppe. Die I. des Jus befindet sich auf Platz drei der B-Klasse und hat beste Chancen in der Rückrunde der laufenden Saison den Aufstieg in die A-Klasse zu wuppen.
Fortan werde ich also meine Radsporttermine mit dem Spielplan der B-Klasse koordinieren müssen. Neben der Tatsache, dass mir das Bolzen wieder ungemein Spaß macht, erhoffe ich mir durch das regelmäßige Training auch einen Leistungszuwachs auf dem Rad. Am 25.02. starte ich bei den 12 h Rotenburg/Wümme. Mal sehen, ob sich an meinem Leistungsvermögen bereits etwas getan hat.
Samstag, 18. Februar 2012
Dienstag, 8. November 2011
HFS Bambiverleihung
Dienstag, 1. November 2011
Halloween Cruise in Hamburg
Montag, 26. September 2011
Ich hab nie an Himmel und Hölle geglaubt. Doch heute hatte der Teufel wahrlich seine Hand im Spiel. Das hab ich nun davon, dass ich vor Jahren aus der Kirche ausgetreten bin. Wer keine Kirchensteuer zahlt, der bekommt auch deren Schutz und den Segen des Papstes nicht. Und so stand Badse für mich unter einem ganz schlechten Stern. Oder anders gesagt: Hätte ich gewusst, dass ich dort ein Rad im Wert von 4.000 € gewinnen würde, hätte ich:
1. Mein altes Rad nach dem Sturz gleich im Wald liegengelassen.
2. Mit der Rückfahrt bis nach der Preisverleihung gewartet, um den neuen Hobel in Empfang nehmen zu können.
So aber sitze ich ernsthaft gefrustet und den Tränen der Enttäuschung nahe, mit meinen lädierten Knochen vor´m PC und versuche einen Bericht zu formulieren, während mein getreues, aber arg betagtes Aluross in der Werkstatt steht und von seiner wohlverdienten Rente weiter nur träumen kann.
Dabei begann der Tag noch völlig unauffällig. Die Fahrt nach Badse ist dank Janibals sonnigem Gemüt wieder mal kurzweilig und amüsant. Und unsere Supporterin Manon fährt dessen durch Defekte auf minimalistische Funktion getrimmten Renault so sicher wie ein Bierkutscher sein Kutschfuhrwerk. routiniert und souverän.
Routiniert und souverän will ich auch fahren. Das gelingt mir im Rennen aber nicht. Schon die Streckenbesichtigung zu Fuß macht mir schlagartig bewusst, dass ich heute fahrtechnisch wie konditionell an meine Grenzen stoßen werde. Der Umstand, dass Jan im Rennen zuvor bereits gestürzt ist, flößt mir keinen weiteren Respekt ein. Er macht mir Angst!
Dennoch gehe ich, wie immer, die erste Runde übermotiviert, fast hippelig an. Nach dem Start liege ich noch auf Platz 5. Doch der erste Anstieg hat es wirklich in sich. Eine steile Asphaltrampe, die offenbar kein Ende nehmen will, zieht das Fahrerfeld weit auseinander und spuckt mich ziemlich weit hinten wieder aus. Nach grade mal 1 Km hat es mich vom 5. auf den fünftletzten Platz zurück geworfen. Mit zittrigen Oberschenkeln, einer rasselnden Lunge und einem Puls am absoluten Anschlag geht es in die erste Abfahrt. In diesem Zustand fällt das Fahren schwer. Es gelingt mir kaum mich zu konzentrieren und eine saubere Linie zu fahren. Dabei wäre das auf dieser Strecke dringend nötig. Die Passagen sind allesamt technisch sehr fordernd. Es geht entweder steil bergauf oder steil bergab. Wurzeltreppen, tiefe Stufen und Absätze, Anlieger und reichlich loser Sand fordern echt Talent. Ich habe keins, versuche aber trotzdem irgendwie über den Parcour zu kommen.
Den beiden Fahrern vor mir geht es offenbar ebenso. Sie fahren dicht auf dicht, mir aber eigentlich zu langsam. Bergab kann man schließlich auch mal laufen lassen. Seit einiger Zeit suche ich eine Möglichkeit an ihnen vorbeizukommen. Aber keine Chance. Alles enger Singletrail - zum Überholen ist kein Platz. Und so hänge ich mich ebenfalls dicht dran und warte auf eine Möglichkeit den beiden meinen Hinterreifen zu zeigen.
Dass die beiden Angstbremser vor mir eine Stufe runterpoltern (Vorderrad anlupfen, und sauber durchrollen, ihr Pfeifen) kann ich im aufgewirbelten Sand grad noch schemenhaft erkennen. Da sie dabei mit blockiertem Hinterrad aber jetzt derart viel Staub aufwirbeln, geht die Sicht gegen Null und fahre blind. Als mir schlagartig das Vorderrad rund 20 cm abtaucht wird mir bewusst, dass ich die Stufe ebenfalls erreicht habe. Ebenso schlagartig wird mir bewusst, dass ich einen Sturz kaum noch werde verhindern können. Nur auf dem Vorderrad fahrend, eier ich noch ein, zwei Meter. Dem weiteren Streckenverlauf nach rechts kann ich mit dieser akrobatischen Nummer aber nicht folgen. Mich haut es über den Lenker durch die Absperrung den Hang hinunter.
Ich bleibe einen Augenblick liegen, muss mich erst orientieren. So ganz beisammen sind die Sinne nicht. Bin ich auf den Schädel gefallen? Ich weiß es nicht genau. Kann mich nicht entsinnen. Irgendwas piekst bei jedem Atemzug in der Nase. Ich stelle fest, es sind Tannennadeln, die ich mit der Nase eine Furch in den Waldboden ziehend aufgesammelt habe. Dann spüre ich das Knie. Irgendwo muss ich hart aufgeschlagen sein. Wer zum Teufel legt ausgerechnet da wo ich hinfallen will, Steine in den Wald? "Bleib bloß liegen. Bleib um Himmelswillen liegen" Es sind die den Hang herunterstolpernden Sanis, die an dieser Stelle offenbar nicht zufällig postiert sind und sicher an diesem Tag dort auch keine Langeweile zu beklagen haben.
Ich stehe trotzdem auf, lehne ihre Hilfe dankend ab. Wenn ich faul im Wald herumliegen möchte, dann nehm ich schließlich nicht das Rad, sondern Frau und Picknickdecke mit!!! Das Bein schmerzt und zittert. So richtig auftreten kann ich nicht. Ein Raunen geht durch die Zuschauer, dann folgt begeisterter Applaus, als ich mich wieder auf´s Rad schwinge. Ja so sind wir Wikinger aus dem hohen Norden - hart im Nehmen. Aber der Beifall tut gut. Ist er doch Balsam für den verletzten Mountainbikerstolz!
Und so hart bin ich gar nicht. Das offenbar nur noch winzige Reste der Wikingergene in mir stecken, merke ich bereits am nächsten Gegenanstieg. Ich kann mit dem Knie einfach keinen Druck auf das Pedal bringen. Ich muss tatsächlich zweimal schieben. Egal. Inzwischen bin ich eh weit abgeschlagen auf letzter Position. Selbst meine beiden Angstbremser werd ich mit dem geschwollenen Knie nicht wieder einholen können. Und besser wird das Gelenk sicher nicht, wenn ich mich quäle, nur um einen letzten Platz zu verteidigen. Daher setze ich mir das Ziel, diese eine Runde noch zu beenden (so wegen des eigenen Stolzes wegen), um mich dann in den Armen meiner Freundin (Männer können ja so wehleidig sein) trösten zu lassen.
Der Janibal guckt verdutzt. Erst weil ich so spät komme, dann, weil ich das Rad von der Strecke schiebe. Als ich Bericht erstatte, drängt er mich dazu, sofort das Bein zu kühlen. Also rein gehoppst in den die Innenstadt teilenden Bach und das Knie darin versenkt. Paparazibal Leutz macht, sensationslüstern wie er ist, erstmal ein paar Fotos. Dann stellt er fest, dass mein Knie, nachdem der Staub und Dreck abgewaschen ist, ziemlich dick aussieht. Und schleift mich trotz Widerworten zum Sanitätszelt. Den nun folgenden operativen Eingriff, also genauer gesagt, das Anlegen eines Salbenverbandes, hält er ebenfalls mit seiner Knippse fest. Es bleibt mir heute aber auch wirklich keine Schmach erspart.
Nachdem wir reichlich Smaltalk mit diversen Leuten gehalten haben (der Leutz scheint mindestens so bekannt wie unser Admin und wird an jeder Ecke angequatscht) und uns mit Crêpes gestärkt haben, bestaunen wir noch eine Weile das Rennen der Profis. Die Fahren jetzt ein Sprintrennen vor dem morgigen Bundesligalauf. Dann tingeln wir zum Auto. Manon ist total begeistert, als ich ihr erzähle, dass wir grad an einem seine Gabel aufpumpenden Wolfram Kurschat und einer sich auf der Rolle warmfahrenden Sabine Spitz vorbeischlendern. Ohne Sicherheitszäune und Bodygards kommt man hier den Helden der Radsportszene hautnah.
Am Auto angekommen überlegen wir noch eine Weile, ob wir bis zur Verlosung des besagten Mountainbikes warten wollen. Wir beschließen keine weiteren zwei Stunden zu warten, gehen davon aus, dass uns ein solches Glück ohnehin nicht vergönnt sein würde und brechen auf. Wir witzeln bei der Abfahrt noch, dass wir bestimmt folgendes Szenario verpassen: "Gewinner des MTB`s ist Oliver Heigl. Der ist nicht da? Schade! Nächstes Los... Jan Leutz. Auch nicht da? Ok, nächstes Los...."
Kaum zu Hause angekommen, ruft mich der Werner an. Er berichtet etwas, was ich für eine schlechten Scherz halte! Er war bei der Verlosung dabei und hat folgendes Szenario erlebt: "Gewinner des MTB`s ist Oliver Heigl. Der ist nicht da? Schade! Nächstes Los... Jan Leutz. Auch nicht da? Ok, nächstes Los...."
So unglaublich es klingt, ist es dennoch wahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Los gezogen wurde, war gering, dass direkt im Anschluss Jan gezogen werden würde noch weit geringer. Aber die Tatsache, dass wir vorher dieses Szenario als Scherz vorhergesagt hatten, grenzt an ein Wunder. Stellt sich mir nur die Frage, was war es nun, dass wir nicht geblieben sind? Ist das nun Pech! Unglück, Schicksal oder Gottes Fügung????
Montag, 8. August 2011
24 h von Duisburg. Der Monte Schlacko trennt die Spreu vom Weizen

Warum tue ich mir diese Tortour eigentlich an? Anstatt in meinem bequemen Bett zu kuscheln, sitze ich im Sattel und quäle mir bei diffusem Licht der Akkulampe eine Runde nach der anderen durch den nächtlichen Duisburger Landschaftspark ab. Seit Stunden wechsele ich mich nun regelmäßig mit meinen Teamkollegen Werner, Thorsten und Norbert im tagsüber zwei Runden und nachts drei Runden Tournus ab. Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.
Davon merke ich derzeit allerdings nur wenig. Grade habe ich mal wieder den Monte Schlacko bezwungen. Diesen verflixten Berg am Ende der Runde mit seiner enormen Steigung. Er fordert mir jedesmal wirklich das Letzte ab. Es ist nicht nur ein Kampf mit dem Berg, es ist auch der innere Schweinehund, der bezwungen werden muss. Letzteres gelang mir tagsüber noch recht gut. Bei Sonnenschein und staubtrockener Strecke fanden sich dort reichlich Zuschauer ein, um die sich quälenden Fahrer anzufeuern. Diese Form der Motivation fehlt jetzt in der verregneten Nacht. Außer einem stockbesoffen herumgröhlenden Spätteenager aus der Kategorie ``ich benehm mich scheiße - fühl mich aber wohl dabei´´ sehe ich am Berg nur noch ein paar einzeln herumstehende Frauen, die gespannt darauf warten, ihre Männer, die hoffentlich in Kürze dort eintreffen, anfeuern zu können. Selbst mein leidender Gesichtsausdruck kann keine von ihnen dazu bewegen, auch für mich zu klatschen. Ein mitleidiges, müdes Lächeln einer Einzelnen ist der karge Lohn, den ich in dieser Runde ernten kann.
Ich bin in der zweiten von drei zu fahrenden Runden, als mir auf der letzten Abfahrt vor dem Start/Zielbereich die Kette vom Blatt springt und sich so unglücklich zwischen Hauptrahmen und Hinterbauschwinge verkeilt, dass ich sie nicht wieder herausbekommen kann. So laufe ich schiebend durch die Nacht in die Wechselzone.
Der Werner, der mich ablösen soll, ist natürlich noch nicht da, denn der geht ja davon aus, dass ich noch die dritte Runde fahre und mindestens 20 Minuten auf der Strecke sein werde. So schnell es geht laufe ich daher weiter zu unserem großen Gruppenzelt, in dem sich neben unserem Saubären Team auch Relef und Ulrike, sowie das Team Schöner mit und um Janibal eingerichtet haben. Werner kommt mir bereits entgegen. Der Umstand, dass er zuvor tagsüber einen Wechsel mit mir verpatzt hatte und ich daraufhin völlig ausgepummpt zu einer außerplanmäßigen dritten Runde hatte aufbrechen müssen, ist ihm so unangenehm, dass er nun stets extrem frühzeitig in die Wechselzone aufbricht. Das Staffelband wechselt den Besitzer, während ich ihm in knappen Worten berichte, warum er nun früher als geplant fahren muss. Werner prescht los, während ich mich an die Werkzeugkiste begebe, um die Kette zu befreien. Es gelingt allerdings nur mit vereinten Kräften und Dank Demontage der Kurbelgarnitur.
Die ``Freizeit´´ zwischen meinen Runden nutze ich Nachts wie Tags zum Duschen, zur Nahrungsaufnahme, für kurze Nickerchen und für die Radinstandhaltung. Gelegentlich werden noch zusammen mit der Freundin schnell die beiden Familienhunde, die uns nach Duisburg begleitet haben, ausgeführt. Um sich das Rennengeschehen oder den Landschaftspark etwas genauer anzusehen, bleibt gar keine Zeit.
Die ungewohnten Intervalle der Nahrungszufuhr zu später Stunde stellen für meinen Magen eine ungewohnte Belastung dar. Mit dem Schlafentzug komme ich hingegen gut zurecht. Allerdings meldet sich die schmerzende Sehne im Knie mit jedem gefahrenen Kilometer immer stärker. Als der Morgen zu grauen beginnt, sind die Schmerzen so stark, dass ich an Aufgabe denke. Dieser Gedanke wird wieder verworfen. Die anderen Fahrer sprechen mir Mut zu. Jan packt mich beim Ehrgeiz ``Relef und Ulrike kämpfen sich gar zu zweit durch das Rennen´´.
Außerdem hab ich meiner Freundin, ohne zu wissen, dass es diesmal statt dessen ein Handtuch geben wird, das Finishershirt versprochen. Und das will schließlich auch ehrenhaft erworben werden.
Es wird beschlossen, dass ich vorerst nur noch eine Runde fahre, um das Knie etwas zu entlasten. Meine Teammitglieder fahren zudem jetzt auch tagsüber drei statt zwei Runden, damit ich etwas längere Regenerationsphasen habe.
Mit freudiger Begeisterung stelle ich fest, wie schnell ein so wild zusammengestellter Haufen unter Belastungssituationen zu einer gut harmonisierendem und funktionierendem Gruppe zusammenwachsen kann. Elf, sich zum Teil wildfremde Menschen und zwei Hunde auf engstem Raum unter einem Zeltdach und nicht der Anflug von Spannungen oder gar Streit. Stattdessen viel Spaß und Gelächter und gegenseitige Hilfestellung lassen dieses Wochenende auch abseits der Strecke zu einem unvergesslich schönem Erlebnis werden.
Als einziger werde ich ein wenig murrig, als der Werner das zweite mal einen Wechsel mit mir versemmelt. Das ich nur noch eine Runde fahren soll, hatte er offenbar vergessen. Diesen Umstand können wir wohl getrost der Müdigkeit und der körperlichen Belastung ankreiden. Als ich vergebens durch die Wechselzone laufend nach Werner Ausschau halte bin ich noch arg verstimmt, als ich ihn dann nach der weiteren Runde zu der ich durchgestartet war aber dort antreffe, gibt es ein shakehands und es treffen sich ein entschuldigendes und ein verzeihendes Lächeln. Alles wieder gut!
Nach dem Frühstück, für dessen Reichhaltigkeit der Veranstalter an dieser Stelle mal gelobt sein soll, bleibt für mich noch eine letzte Runde zu fahren. Zutrauen tue ich sie mir nicht mehr. Alles in mir streubt sich dagegen mich nochmal auf´s Rad zu setzen. Der Körper schmerzt, der Geist ist matt und die Motivation auf dem Nullpunkt. Wieder ist es Jan, der mir verbal in den Hintern tritt. Mit seiner freundlich lustigen, aber als Trainer und Mentor auch kein Nein aktzeptierenden Art macht er mir klar, dass jetzt nochmal Biss zu zeigen ist.
Mit eingezogenem Kopf und dem bedauernden Gesichtsausdruck eines gerade getadelten Schülers ziehe ich mir nochmal die Radschuhe an. Ich nehme eine Schmerztablette wegen des Knies, creme den Gaumen mit einem dieser wiederlichen Koffeingels mit nicht definierbarer Geschmacksrichtung ein und spüle den ganzen Klackermatsch mit einem Energiedrink vom Feinkostdiscounter runter.
Dieser Cocktail wirkt. Zumindest im Magen. Denn der rebeliert zu Beginn meiner letzten Runde ganz gewaltig. Zweimal schlucke ich gegen den Brechreiz. Ich lasse die Produkte des Verdauungsprozesses aus meinem rebellierenden Magen-Darmtrakt gasförmig entweichen (wer hinter mir fährt, fällt jetzt vom Rad), dann ist Ruhe im Karton.
Der Magen hat sich beruhigt und nun spüre ich auch, dass die hohe Dosis Koffein nicht wirkungslos bleibt. Die Beine fühlen sich frischer an, das Knie schmerzt weniger arg. Der Puls ist eigentlich zu hoch und die Atmung daher etwas flach. Aber ich bekomme nochmal richtig Druck auf´s Pedal und kann mich an einen Fahrer dranhängen, der offensichtlich doch etwas leistungsstärker ist, als ich es eigentlich bin. Aber ich bleibe dran, hänge mich, trotz seiner ständigen Versuche mich durch scharfe Antritte nach Engstellen abzuhängen, immer wieder in seinen Windschatten. Seine glattrasierten, eingeölten Waden schimmern in der Sonne mit dem Schweiß auf meiner Stirn um die Wette.
Am Fuße des Monte Schlacko hat er dann einen Kettenklemmer. Ich ziehe nicht vorbei und bleibe Sportsmann. Er hat mich die ganze Zeit gezogen, dafür schiebe ich ihn nun ein Stück an, bis seine Kette wieder aufliegt. Den Gipfel erreiche ich kurz hinter ihm. Auf der abschließenden Abfahrt bin ich aber schon wieder neben ihm und wir passieren zeitgleich die Zeitmessung. Ein kurzer, verbschiedender Blick. Er nickt, ich nicke, dann tritt er nochmal an, um auf eine weitere Runde zugehen, während ich völlig erschöpft in die Wechselzone abbiege.
So schnell ist es wieder Geschichte, das große Saisonhighlight 2011.
Plazierungen und Bilder demnächst hier: http://www.24h-duisburg.de/content.php?folder=124
Es hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank an alle Teammitglieder für die gute Stimmung. Dank auch allen Helfern und Posten auf und an der Strecke. Mein ganz besonderer Dank aber gilt Manon für die exellente Betreung, Pflege und Versorgung von Mensch und Tier.
Montag, 6. Juni 2011
100 Km gehen immer...
...sagt der Trainer. Auch ohne Training. Nur kämpfen muss man können.
Zunächst aber kämpfe ich mit dem Hamburger Feierabendverkehr. Es ist Freitag Nachmittag und ganz Hamburg ist verstopft. Seltsamerweise wollen alle in die gleiche Richtung wie ich und so stehe ich erst auf der A7, dann auf der A1 im Stau. Mein Zeitpuffer schwindet. Mein Vorhaben heute rechtzeitig zu Hause zu sein, habe ich schon lange aufgegeben. Die Momo ist bereits informiert, dass es heute mal wieder später werden wird. Das kennt sie schon von mir. Und so eilt sie statt meiner in den Radladen, um auf letzten Drücker noch die dringend benötigten Ersatzteile zu kaufen.
Derweil steht der Janibal mit scharrenden Hufen vor seiner Haustür und wartet darauf von uns abgeholt zu werden. Um sieben bin ich mit zwei Stunden Verspätung daheim. In Windeseile werden die Sachen ins Auto geworfen, das Rad geinstet und der Jan abgeholt. Es versteht sich von selbst, dass ich so einiges in der Eile vergessen habe und so muss ich sogar eine Trinkflasche von meinem Trainer borgen.
Die Fahrt ist unbequem. Der Peugeot Expert, den wir uns von Momo´s Firma geliehen haben, bietet deutlich mehr Ladefläche als Beinfreiheit. Ich bin froh und dankbar, als wir endlich den Campingplatz erreichen. Die anderen Foris sind von unserem Eintreffen und der nächtlichen Zeltaufbauaktion nur mäßig begeistert. Immerhin ist es fast halb zwei in der Nacht.
Die Nachtruhe ist kurz. Gegen sechs kann ich nicht mehr liegen. Das Kreuz tut weh. Ist halt kein Himmelbett so´ne Isomatte. Winnetou und Old Shatterhand müssen chronische Bandscheibenpatienten gewesen sein.
Rennfieber will heute bei mir nicht so recht aufkommen, daher bin ich auch gar nicht böse, dass ich als letzter Fahrer des Teams auf die Strecke geschickt werde. Aufgrund meines deutlichen Trainingsrückstandes hat sich das Team darauf verständigt, dass ich immer eine Runde weniger fahre, als die anderen. Ist immer noch besser, als nach einigen Stunden aufgrund von Erschöpfung einen personellen Totalausfall verbuchen zu müssen.
Erst gegen frühen Abend stehe ich dann im Renndress in der Wechselzone. Die Pulsuhr zeigt mir einen Ruhepuls, der mich an das langsame Ticken einer Standuhr errinnert. Wo bleibt es denn das Rennfieber? Ich zurre den Helm fest, ziehe die Handschuhe an und klicke schon mal einen Fuß ein. Der Momo einen letzten Kuss aufgedrückt, versuche ich mich auf die bevorstehenden Anstrengungen zu konzentrieren. Und es gelingt. Da kommt es, das vertraute Gefühl des Adrenalinschubs. Der Ruhepuls steigt auf 156 Schläge. Jetzt bin ich aufgeregt und freudig erregt zugleich. Jetzt bin ich heiß.
Als Anneke in die Wechselzone einfährt und abklatscht, presche ich los wie ein Irrer. Wie immer gehe ich die erste Runde übermotiviert und viel zu schnell an. Das rächt sich bereits in der dritten Kurve, in der ich abschmiere, weil der trockene Rasen wenig Grip bietet und ich viel zu schnell einfahre.
Von der Strecke bin ich arg enttäuscht. Es gibt drei technische Abschnitte, der Rest besteht aus Asphalt. Das hat mit MTB Rennen wenig zu tun. Hier ist die Herausforderung und Gegner zugleich der ziemlich kräftige Wind, der mir auf dem Deich entgegen bläst. Die eingebaute Schikane am Deich macht auf mich den Eindruck des kläglichen Versuchs die Fahrer auf Krampf an die körperliche Grenze zu bringen. Nach dem Motto, wenn die Strecke nix hergibt, fertig machen tun wir euch trotzdem.
Erst zum Ende der Runde wartet nochmal ein kleines technisches Stück in Form eines Walls aus losem Sand. Nicht einfach zu befahren. Und so liege ich eher am Boden als ich Scheiße sagen kann. Salto übern Lenker und den Wall inklusive. Das Rad liegt irgendwo dahinter. "Wie beim Springreiten ein bockender Gaul" denke ich mir noch, als das Mädel, bei dem ich mich auf dem Deich kackfrech im Windschatten ausruhte, um sie dann auf der letzten Abfahrt fullspeed zu verblasen, mir im Vorbeifahren ein "Du hast Dein Rad vergessen" zuruft.
Ich kämpfe mich mit Schmerzen im Handgelenk zur Wechselzone durch. War klar, dass ich auf die kaputte Hand fallen musste. Der Jan hat sowas geahnt und steht eine Runde eher als geplant bereit und löst mich aus.
Im Fahrerlager bastelt mir die Momo sofort die Hand in einen Kompressionsverband und so kann das Rennen für mich weitergehen. Und mit jeder Runde, die ich fortan fahren muss, werden die Schmerzen subjektiv auch weniger oder liegt es daran, dass sich der Schmerz nur verlagert? So ganz ohne Training ist selbst die flacheste Strecke schnell eine Tortour. Die Beine brennen und die Lunge pfeift. Der härteste Gegner ist der Wind. Ich fahre Vollgas. Eben nach meinen Möglichkeiten. Die Rundenzeiten liegen zwischen 22 und 26 Minuten. Damit kann ich ganz gut leben. Janibal ist auch nur in einigen wenigen Runden deutlich schneller. Fairerweise muss man aber anmerken, dass der natürlich auch deutlich mehr Runden fährt.
In meiner dritten Runde ist es bereits fast dunkel und es beginnt zu regnen. Die Kuhgitter auf dem Deich werden hölle glatt. Einmal nicht richtig aufgepasst, zieht es mir das Vorderrad weg. Ich kann aber noch ausklicken und so zieht nur das Pedal eine tiefe Furche in den Schotterboden. Alle weiteren Runden verlaufen zum Glück sturzfrei für mich. Nur werden sie immer anstrengender. Es ist einfach zu wenig Grundlage vorhanden. Das zeigt sich immer deutlicher.
Nach Runde fünf will ich eigentlich duschen und die nassen Klamotten wechseln. Ich verdaddel aber die Zeit mit Nahrungsaufnahme und Rauchen und fahre zwei weiterer Runden in nassen Sachen. Das rächt sich sofort. Der Hintern wird wund und erholt sich trotz Salbe nicht mehr. Meine zwölfte und letzte Runde fahre ich zur Hälfte im Stehen und bin dankbar, dass der Teamleader mich auf keine weitere Runde mehr schickt. Fast 120 Km im Renntempo haben mir meine physischen Grenzen ganz klar aufgezeigt.
Heute am Tag danach bin ich schon wieder guter Dinge. Die Hand schmerzt noch etwas und der Hintern brennt als sei er mit Tabasko einmassiert, aber alles erträglich. Wenn nur die Beine nicht so verhärtet und bleischwer wären...
Alles in Allem aber eine gute Vorbereitung auf Duisburg. Zumindest Rennhärte mal wieder gespürt. Gekämpft wie vom Trainer gefordert hab ich auch und mich dabei, gemessen am Trainingszustand, gar nicht so schlecht verkauft.
Vielen Dank an die Foris. Das war´ne runde Sachen. Hat viel Spaß gemacht mit Euch. Es gab trotz körperlicher Belastung kein Gezanke o.ä. und so viel gelacht hab ich auch schon lange nicht mehr! Dank auch an Momo, die Jan und mir nicht nur das anschließende Autofahren abnahm, sondern auch vor Ort sich rührend um mich gekümmert und mich immer wieder ermutigt hat, trotz der Schmerzen nicht aufzugeben und das Rennen zu finishen. Fahrerlagerauf- und Abbau, Getränke reichen und, und, und. Zwischenprüfung bestanden. In Duisburg kannst Du Dir dann Deinen Gesellenbrief verdienen.
Zum Abschluss noch einige Pros und Contras:
+ geiler Campingplatz mit super Ambiente
+ 24 h warme Duschen und saubere WC´s rund um die Uhr
+ Kiosk 24 h offen
+ sehr familiär
+ kein Stress innerhalb oder zwischen den HFS Teams
+ internationales Fahrerfeld
- langweilige, einfallslose Strecke
- kein Frühstück für die Fahrer
- Fehler bei der Siegerehrung
- langwierige Anmeldung
Aber alles Anfängerfehler, wie sie bei einer Erstveranstaltung halt passieren können und noch lange kein Beinbruch.
Zunächst aber kämpfe ich mit dem Hamburger Feierabendverkehr. Es ist Freitag Nachmittag und ganz Hamburg ist verstopft. Seltsamerweise wollen alle in die gleiche Richtung wie ich und so stehe ich erst auf der A7, dann auf der A1 im Stau. Mein Zeitpuffer schwindet. Mein Vorhaben heute rechtzeitig zu Hause zu sein, habe ich schon lange aufgegeben. Die Momo ist bereits informiert, dass es heute mal wieder später werden wird. Das kennt sie schon von mir. Und so eilt sie statt meiner in den Radladen, um auf letzten Drücker noch die dringend benötigten Ersatzteile zu kaufen.
Derweil steht der Janibal mit scharrenden Hufen vor seiner Haustür und wartet darauf von uns abgeholt zu werden. Um sieben bin ich mit zwei Stunden Verspätung daheim. In Windeseile werden die Sachen ins Auto geworfen, das Rad geinstet und der Jan abgeholt. Es versteht sich von selbst, dass ich so einiges in der Eile vergessen habe und so muss ich sogar eine Trinkflasche von meinem Trainer borgen.
Die Fahrt ist unbequem. Der Peugeot Expert, den wir uns von Momo´s Firma geliehen haben, bietet deutlich mehr Ladefläche als Beinfreiheit. Ich bin froh und dankbar, als wir endlich den Campingplatz erreichen. Die anderen Foris sind von unserem Eintreffen und der nächtlichen Zeltaufbauaktion nur mäßig begeistert. Immerhin ist es fast halb zwei in der Nacht.
Die Nachtruhe ist kurz. Gegen sechs kann ich nicht mehr liegen. Das Kreuz tut weh. Ist halt kein Himmelbett so´ne Isomatte. Winnetou und Old Shatterhand müssen chronische Bandscheibenpatienten gewesen sein.
Rennfieber will heute bei mir nicht so recht aufkommen, daher bin ich auch gar nicht böse, dass ich als letzter Fahrer des Teams auf die Strecke geschickt werde. Aufgrund meines deutlichen Trainingsrückstandes hat sich das Team darauf verständigt, dass ich immer eine Runde weniger fahre, als die anderen. Ist immer noch besser, als nach einigen Stunden aufgrund von Erschöpfung einen personellen Totalausfall verbuchen zu müssen.
Erst gegen frühen Abend stehe ich dann im Renndress in der Wechselzone. Die Pulsuhr zeigt mir einen Ruhepuls, der mich an das langsame Ticken einer Standuhr errinnert. Wo bleibt es denn das Rennfieber? Ich zurre den Helm fest, ziehe die Handschuhe an und klicke schon mal einen Fuß ein. Der Momo einen letzten Kuss aufgedrückt, versuche ich mich auf die bevorstehenden Anstrengungen zu konzentrieren. Und es gelingt. Da kommt es, das vertraute Gefühl des Adrenalinschubs. Der Ruhepuls steigt auf 156 Schläge. Jetzt bin ich aufgeregt und freudig erregt zugleich. Jetzt bin ich heiß.
Als Anneke in die Wechselzone einfährt und abklatscht, presche ich los wie ein Irrer. Wie immer gehe ich die erste Runde übermotiviert und viel zu schnell an. Das rächt sich bereits in der dritten Kurve, in der ich abschmiere, weil der trockene Rasen wenig Grip bietet und ich viel zu schnell einfahre.
Von der Strecke bin ich arg enttäuscht. Es gibt drei technische Abschnitte, der Rest besteht aus Asphalt. Das hat mit MTB Rennen wenig zu tun. Hier ist die Herausforderung und Gegner zugleich der ziemlich kräftige Wind, der mir auf dem Deich entgegen bläst. Die eingebaute Schikane am Deich macht auf mich den Eindruck des kläglichen Versuchs die Fahrer auf Krampf an die körperliche Grenze zu bringen. Nach dem Motto, wenn die Strecke nix hergibt, fertig machen tun wir euch trotzdem.
Erst zum Ende der Runde wartet nochmal ein kleines technisches Stück in Form eines Walls aus losem Sand. Nicht einfach zu befahren. Und so liege ich eher am Boden als ich Scheiße sagen kann. Salto übern Lenker und den Wall inklusive. Das Rad liegt irgendwo dahinter. "Wie beim Springreiten ein bockender Gaul" denke ich mir noch, als das Mädel, bei dem ich mich auf dem Deich kackfrech im Windschatten ausruhte, um sie dann auf der letzten Abfahrt fullspeed zu verblasen, mir im Vorbeifahren ein "Du hast Dein Rad vergessen" zuruft.
Ich kämpfe mich mit Schmerzen im Handgelenk zur Wechselzone durch. War klar, dass ich auf die kaputte Hand fallen musste. Der Jan hat sowas geahnt und steht eine Runde eher als geplant bereit und löst mich aus.
Im Fahrerlager bastelt mir die Momo sofort die Hand in einen Kompressionsverband und so kann das Rennen für mich weitergehen. Und mit jeder Runde, die ich fortan fahren muss, werden die Schmerzen subjektiv auch weniger oder liegt es daran, dass sich der Schmerz nur verlagert? So ganz ohne Training ist selbst die flacheste Strecke schnell eine Tortour. Die Beine brennen und die Lunge pfeift. Der härteste Gegner ist der Wind. Ich fahre Vollgas. Eben nach meinen Möglichkeiten. Die Rundenzeiten liegen zwischen 22 und 26 Minuten. Damit kann ich ganz gut leben. Janibal ist auch nur in einigen wenigen Runden deutlich schneller. Fairerweise muss man aber anmerken, dass der natürlich auch deutlich mehr Runden fährt.
In meiner dritten Runde ist es bereits fast dunkel und es beginnt zu regnen. Die Kuhgitter auf dem Deich werden hölle glatt. Einmal nicht richtig aufgepasst, zieht es mir das Vorderrad weg. Ich kann aber noch ausklicken und so zieht nur das Pedal eine tiefe Furche in den Schotterboden. Alle weiteren Runden verlaufen zum Glück sturzfrei für mich. Nur werden sie immer anstrengender. Es ist einfach zu wenig Grundlage vorhanden. Das zeigt sich immer deutlicher.
Nach Runde fünf will ich eigentlich duschen und die nassen Klamotten wechseln. Ich verdaddel aber die Zeit mit Nahrungsaufnahme und Rauchen und fahre zwei weiterer Runden in nassen Sachen. Das rächt sich sofort. Der Hintern wird wund und erholt sich trotz Salbe nicht mehr. Meine zwölfte und letzte Runde fahre ich zur Hälfte im Stehen und bin dankbar, dass der Teamleader mich auf keine weitere Runde mehr schickt. Fast 120 Km im Renntempo haben mir meine physischen Grenzen ganz klar aufgezeigt.
Heute am Tag danach bin ich schon wieder guter Dinge. Die Hand schmerzt noch etwas und der Hintern brennt als sei er mit Tabasko einmassiert, aber alles erträglich. Wenn nur die Beine nicht so verhärtet und bleischwer wären...
Alles in Allem aber eine gute Vorbereitung auf Duisburg. Zumindest Rennhärte mal wieder gespürt. Gekämpft wie vom Trainer gefordert hab ich auch und mich dabei, gemessen am Trainingszustand, gar nicht so schlecht verkauft.
Vielen Dank an die Foris. Das war´ne runde Sachen. Hat viel Spaß gemacht mit Euch. Es gab trotz körperlicher Belastung kein Gezanke o.ä. und so viel gelacht hab ich auch schon lange nicht mehr! Dank auch an Momo, die Jan und mir nicht nur das anschließende Autofahren abnahm, sondern auch vor Ort sich rührend um mich gekümmert und mich immer wieder ermutigt hat, trotz der Schmerzen nicht aufzugeben und das Rennen zu finishen. Fahrerlagerauf- und Abbau, Getränke reichen und, und, und. Zwischenprüfung bestanden. In Duisburg kannst Du Dir dann Deinen Gesellenbrief verdienen.
Zum Abschluss noch einige Pros und Contras:
+ geiler Campingplatz mit super Ambiente
+ 24 h warme Duschen und saubere WC´s rund um die Uhr
+ Kiosk 24 h offen
+ sehr familiär
+ kein Stress innerhalb oder zwischen den HFS Teams
+ internationales Fahrerfeld
- langweilige, einfallslose Strecke
- kein Frühstück für die Fahrer
- Fehler bei der Siegerehrung
- langwierige Anmeldung
Aber alles Anfängerfehler, wie sie bei einer Erstveranstaltung halt passieren können und noch lange kein Beinbruch.
Donnerstag, 21. April 2011
Verletzungspause
Die Tatsache das ich hier lange nicht schrieb, ist dem Umstand einer Fraktur geschuldet.
Nachdem ich mit Knorpelabriss in der Schulter letztes Jahr zu einer 10 monatigen Zwangspause verdonnert war, hat es mir nun die Hand zerlegt.
Dreifacher Trümmerbruch in Mittelhand und Handwurzelknochen, so die Diagnose. Die Operation erfolgte im Boberg Krankenhaus und verlief ohne Probleme. Zwei Stahlstifte fixieren nun die Knochen an ihren ursprünglichen Positionen. Anfang Mai werden diese dann entfernt und dem Altmetall zugeführt werden. Nach Aussage der Ärzte soll die Hand wenige tage später bereits wieder voll belastbar sein. Ich will es hoffen, denn am 28.5 steht das erste 24 std Rennen auf dem Plan.
Dort werde ich völlig untrainiert an den Start gehen. Denn bis auf ein wenig Lauftraining, habe ich derzeit Sportverbot. Wir werden sehen, ob ich über ausreichend Grundlage verfüge, um das Rennen zumindest durchzustehen. Auf die Ergebnisliste werde ich dort lieber nicht gucken...
Nachdem ich mit Knorpelabriss in der Schulter letztes Jahr zu einer 10 monatigen Zwangspause verdonnert war, hat es mir nun die Hand zerlegt.
Dreifacher Trümmerbruch in Mittelhand und Handwurzelknochen, so die Diagnose. Die Operation erfolgte im Boberg Krankenhaus und verlief ohne Probleme. Zwei Stahlstifte fixieren nun die Knochen an ihren ursprünglichen Positionen. Anfang Mai werden diese dann entfernt und dem Altmetall zugeführt werden. Nach Aussage der Ärzte soll die Hand wenige tage später bereits wieder voll belastbar sein. Ich will es hoffen, denn am 28.5 steht das erste 24 std Rennen auf dem Plan.
Dort werde ich völlig untrainiert an den Start gehen. Denn bis auf ein wenig Lauftraining, habe ich derzeit Sportverbot. Wir werden sehen, ob ich über ausreichend Grundlage verfüge, um das Rennen zumindest durchzustehen. Auf die Ergebnisliste werde ich dort lieber nicht gucken...
Sonntag, 13. Februar 2011
CTF Aumühle
Mächtig ins Zeug gelegt hatten sich die Jungs des Endspurt Hamburg im Vorfeld bei der Recherche und Ausarbeitung einer CTF tauglichen Strecke in und um Aumühle. Mehrfaches Abfahren und Scouten der Strecke inklusive. Es wäre schlicht frevelhaft gewesen, heute dort nicht zu erscheinen. Der Motivationspegel tendierte dann heute morgen allerdings gegen Null. Frostige minus 1 Grad. Schneefall in der Nacht und ein fieser Muskelkater in den Oberschenkeln wären eigentlich ausreichende Gründe mit dem Allerwertesten lieber auf der Couch liegen zu bleiben.
Doch es half nichts. Ich hatte mich mit Jan zu einer Fahrgemeinschaft verabredet und Jan findet immer Argumente, die alle meine Ausreden im Keim ersticken lassen. Ich versuchte also lieber gar nicht erst mich zu drücken und ergab mich in mein Schicksal.
Recht früh treffen wir in Aumühle ein. Die Fahrt dorthin ist geprägt von Jans Erzählungen einer erschreckend welligen Strecke in der Hahnheide und hat meinen Mut bereits auf das Minimum von Nichts schrumpfen lassen. Ich entschließe mich daher heute die mittlere Streckenlänge von rund 48 Km in moderatem Tempo zu fahren.
Die Anmeldung erfolgt problemlos und routiniert. Der obligatorische BDR-Zehner wechselt den Besitzer. Kurz spiele ich mit dem Gedanken noch schnell eine Widmung für Herrn Scharping draufzukritzeln.
Die Startaufstellung erfolgt, wie bei den meisten CTF´s, recht chaotisch. Zwar sind die Endspurtler aufrichtig bemüht die Gruppen einzuteilen, doch ihre Stimmen gehen im Gebrummel der Masse unter. Es scheint einfacher einen Sack Flöhe zu hüten, als erwachsene Menschen um ein paar Minuten Ruhe zu bitten.
Der Start unserer Gruppe erfolgt aber trotzdem problemlos. Ich fahre mit den üblichen Verdächtigen. Unter ihnen befinden sich u.a. die HFS-Foris Helmut, Brimore, MadMat und NobNob. Gleich zu Beginn geht es ins Gelände. Fein, so mag ich das.
Ein paar nette Abfahrten sind zu meistern. Der Schnee, der hier in Aumühle deutlich höher liegt als bei uns zu Hause, beschehrt eine wunderschöne Winterlandschaft, macht das Fahren aber teils abenteuerlich.
Das Tempo ist recht schwankend. Mal hab ich Mühe vorne dranzubleiben, freue mich aber durch den hohen Puls die eiskalten Hände und Füße wieder etwas durchbluten zu können, dann wieder ist das Tempo sehr gering und ich beginne wieder zu frieren. Dieser etwas ungewohnte Fahrrhythmus wird uns auf der kompletten Strecke begleiten.
Kaum aufgebrochen, wartet nach bereits 16 Km schon die Verpflegung auf uns. Zu früh für meinen Geschmack, aber dennoch nicht gänzlich unwillkommen.
Kulinarische Highlights werden zwar nicht geboten, dass allerdings erwarte ich bei einer CTF auch nicht. Es gibt standartgemäß Riegel und Bananen. Die belegten Brötchen sind frisch und lecker, die Auswahl allerdings begrenzt. Salami oder Käse. Wer wie ich keinen Käse mag, greift gerne zu den zusätzlich angebotenen Rosinenbrötchen.
Der warme Fliederbeersaft ist leider gar nicht mein Fall. Auch gestreckt mit Wasser will das Zeug den Weg in den Magen nicht finden. Mein Gaumen stellte für das Getränk eine unüberwindbare Barriere dar. Als ich den Saft in den Schnee spucke geistert mir der Comicfilm Asterix & Oberlix durch den Kopf . Lauwarme Servezia- die spinnen die Römer! Ich probiere den Zitronentee, doch der erleidet alsbald das gleiche Schicksal wie der Fliederbeersaft. So bleibt mir nur der eiskalte Pfirsichtee aus der Trinkflasche.
Der zweite Streckenabschnitt, den wir nun nach nur kurzer Rast unter die Räder nehmen, ist einfach Klasse. Er ist zwar kräftefordernd, denn wir haben die Hahnheide erreicht und Jan hatte bei seiner Beschreibung nicht übertrieben, macht aber Spaß. Das wellige Profil des Geländes kostet Körner, bietet aber auch reichlich flowige Abfahrten und Trails. Trotz der erschwerten Bedingungen durch den Schnee meistern aber alle Fahrer selbst knifflige Passagen meisterhaft. Wir haben weder nennenswerte Stürze noch Materialdefekte zu beklagen. Nur die vertilgten Brötchen liegen schwer im Magen und machen das Abrufen von Leistung nicht ganz einfach.
Als äußerst ungünstig, wenn nicht gar gefährlich, empfinde ich die Tatsache, das Teile der Strecke von den verschiedenen Gruppen in beide Richtungen befahren werden. Da quälst Du dich bergauf und suchst ´ne saubere Linie für den Aufstieg und unverhofft kommt Dir mit Tempo der erste Fahrer der anderen Gruppe auf Kollisionskurs entgegengeschossen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ein zweites Enschede kommen, aber alles geht gut und so erreichen wir die Verpflegung unbeschadet ein zweites mal.
An der Verpflegungsstation das gewohnte Spiel. Brötchen, Schnattern, Schmöken. Vorm Aufbruch noch schnell´nen Riegel und´nen Affencolt in der Trikottasche verstaut und weiter geht die Fahrt. Der dritte Streckenabschnitt ist allerdings eher langweilig. Etwas Asphalt, viel Forstautobahn, keine Trails, keine Höhenmeter. Besonders monoton ist ein etwa 5 Km langes Teilstück, dass sich so schnurgerade durch den Wald zieht, dass wir Radler wie aufgereite Perlen auf einer Schnur wirken. Allerdings schwinden allmählich die Kräfte. Ich bin also gar nicht so arg böse, dass die Strecke nun eine etwas ruhigere Fahrweise zulässt und wir nach 51 Km auch bald das Ziel erreichen.
Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit der CTF. Grobe Schnitzer haben sich die Enspurtler bei ihrer Aumühle Prämiere nicht geleistet. Die Guides haben erstklassig ihren Job erledigt. Vom letzten Teilstück abgesehen, war die Strecke interessant, fordernd und sehr schön MTB lastig. Die Stimmung war trotz des frostigen Wetters bei Teilnehmer und Helfern gleichermaßen gut.
Neben den geschilderten zahlreichen positiven Eindrücken sind mir folgende Dinge aufgefallen:
- Fehlende Ausschilderung zum und beim Start.
Prädikat: Ausbaufähig
- Mürrisch maulender und völlig überforderter Wirt im Vereinsheim Aumühle
Dem ist wohl selbst mit zahlenden Gästen nicht zu helfen.
+ Günstige Preise für Kaffee & Co im Vereinsheim
Toll!
+ Kasse des Vertrauens an der Kaffeebar.
Das es sowas noch gibt...Find ich gut!
In dem Sinne: Danke Endspurt, wir sehen uns im nächsten Jahr!
Doch es half nichts. Ich hatte mich mit Jan zu einer Fahrgemeinschaft verabredet und Jan findet immer Argumente, die alle meine Ausreden im Keim ersticken lassen. Ich versuchte also lieber gar nicht erst mich zu drücken und ergab mich in mein Schicksal.
Recht früh treffen wir in Aumühle ein. Die Fahrt dorthin ist geprägt von Jans Erzählungen einer erschreckend welligen Strecke in der Hahnheide und hat meinen Mut bereits auf das Minimum von Nichts schrumpfen lassen. Ich entschließe mich daher heute die mittlere Streckenlänge von rund 48 Km in moderatem Tempo zu fahren.
Die Anmeldung erfolgt problemlos und routiniert. Der obligatorische BDR-Zehner wechselt den Besitzer. Kurz spiele ich mit dem Gedanken noch schnell eine Widmung für Herrn Scharping draufzukritzeln.
Die Startaufstellung erfolgt, wie bei den meisten CTF´s, recht chaotisch. Zwar sind die Endspurtler aufrichtig bemüht die Gruppen einzuteilen, doch ihre Stimmen gehen im Gebrummel der Masse unter. Es scheint einfacher einen Sack Flöhe zu hüten, als erwachsene Menschen um ein paar Minuten Ruhe zu bitten.
Der Start unserer Gruppe erfolgt aber trotzdem problemlos. Ich fahre mit den üblichen Verdächtigen. Unter ihnen befinden sich u.a. die HFS-Foris Helmut, Brimore, MadMat und NobNob. Gleich zu Beginn geht es ins Gelände. Fein, so mag ich das.
Ein paar nette Abfahrten sind zu meistern. Der Schnee, der hier in Aumühle deutlich höher liegt als bei uns zu Hause, beschehrt eine wunderschöne Winterlandschaft, macht das Fahren aber teils abenteuerlich.
Das Tempo ist recht schwankend. Mal hab ich Mühe vorne dranzubleiben, freue mich aber durch den hohen Puls die eiskalten Hände und Füße wieder etwas durchbluten zu können, dann wieder ist das Tempo sehr gering und ich beginne wieder zu frieren. Dieser etwas ungewohnte Fahrrhythmus wird uns auf der kompletten Strecke begleiten.
Kaum aufgebrochen, wartet nach bereits 16 Km schon die Verpflegung auf uns. Zu früh für meinen Geschmack, aber dennoch nicht gänzlich unwillkommen.
Kulinarische Highlights werden zwar nicht geboten, dass allerdings erwarte ich bei einer CTF auch nicht. Es gibt standartgemäß Riegel und Bananen. Die belegten Brötchen sind frisch und lecker, die Auswahl allerdings begrenzt. Salami oder Käse. Wer wie ich keinen Käse mag, greift gerne zu den zusätzlich angebotenen Rosinenbrötchen.
Der warme Fliederbeersaft ist leider gar nicht mein Fall. Auch gestreckt mit Wasser will das Zeug den Weg in den Magen nicht finden. Mein Gaumen stellte für das Getränk eine unüberwindbare Barriere dar. Als ich den Saft in den Schnee spucke geistert mir der Comicfilm Asterix & Oberlix durch den Kopf . Lauwarme Servezia- die spinnen die Römer! Ich probiere den Zitronentee, doch der erleidet alsbald das gleiche Schicksal wie der Fliederbeersaft. So bleibt mir nur der eiskalte Pfirsichtee aus der Trinkflasche.
Der zweite Streckenabschnitt, den wir nun nach nur kurzer Rast unter die Räder nehmen, ist einfach Klasse. Er ist zwar kräftefordernd, denn wir haben die Hahnheide erreicht und Jan hatte bei seiner Beschreibung nicht übertrieben, macht aber Spaß. Das wellige Profil des Geländes kostet Körner, bietet aber auch reichlich flowige Abfahrten und Trails. Trotz der erschwerten Bedingungen durch den Schnee meistern aber alle Fahrer selbst knifflige Passagen meisterhaft. Wir haben weder nennenswerte Stürze noch Materialdefekte zu beklagen. Nur die vertilgten Brötchen liegen schwer im Magen und machen das Abrufen von Leistung nicht ganz einfach.
Als äußerst ungünstig, wenn nicht gar gefährlich, empfinde ich die Tatsache, das Teile der Strecke von den verschiedenen Gruppen in beide Richtungen befahren werden. Da quälst Du dich bergauf und suchst ´ne saubere Linie für den Aufstieg und unverhofft kommt Dir mit Tempo der erste Fahrer der anderen Gruppe auf Kollisionskurs entgegengeschossen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ein zweites Enschede kommen, aber alles geht gut und so erreichen wir die Verpflegung unbeschadet ein zweites mal.
An der Verpflegungsstation das gewohnte Spiel. Brötchen, Schnattern, Schmöken. Vorm Aufbruch noch schnell´nen Riegel und´nen Affencolt in der Trikottasche verstaut und weiter geht die Fahrt. Der dritte Streckenabschnitt ist allerdings eher langweilig. Etwas Asphalt, viel Forstautobahn, keine Trails, keine Höhenmeter. Besonders monoton ist ein etwa 5 Km langes Teilstück, dass sich so schnurgerade durch den Wald zieht, dass wir Radler wie aufgereite Perlen auf einer Schnur wirken. Allerdings schwinden allmählich die Kräfte. Ich bin also gar nicht so arg böse, dass die Strecke nun eine etwas ruhigere Fahrweise zulässt und wir nach 51 Km auch bald das Ziel erreichen.
Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit der CTF. Grobe Schnitzer haben sich die Enspurtler bei ihrer Aumühle Prämiere nicht geleistet. Die Guides haben erstklassig ihren Job erledigt. Vom letzten Teilstück abgesehen, war die Strecke interessant, fordernd und sehr schön MTB lastig. Die Stimmung war trotz des frostigen Wetters bei Teilnehmer und Helfern gleichermaßen gut.
Neben den geschilderten zahlreichen positiven Eindrücken sind mir folgende Dinge aufgefallen:
- Fehlende Ausschilderung zum und beim Start.
Prädikat: Ausbaufähig
- Mürrisch maulender und völlig überforderter Wirt im Vereinsheim Aumühle
Dem ist wohl selbst mit zahlenden Gästen nicht zu helfen.
+ Günstige Preise für Kaffee & Co im Vereinsheim
Toll!
+ Kasse des Vertrauens an der Kaffeebar.
Das es sowas noch gibt...Find ich gut!
In dem Sinne: Danke Endspurt, wir sehen uns im nächsten Jahr!
Montag, 24. Januar 2011
Geschwächelt
Bis spät in die Nacht feierten wir den Geburtstag von Kumpel Maik. Wir hatte jede Menge Spaß und so blieb kein Auge und wie es sich auf dem Dorf gehört, natürlich auch keine Kehle trocken. Mit dem Alkohol hielt ich mich allerdings, ganz zum Unverständnis der anderen Gäste, stark zurück. Doch Halvtreds hatte die Mitglieder von HFS zu einer geführten Tour ab Großhansdorf geladen. Da durfte und wollte ich nicht fehlen. 60 - 80 Kilometer auf tiefem Boden hatte Halvtreds uns versprochen. Er hielt sein Wort.
Einen kleinen Vorgeschmack auf die derzeit vorherrschenden Bodenverhältnisse bekam ich bereits auf der 16 Km langen Anreise nach Großhansdorf, die ich mit dem Bike bewältigte. Wie durch Wackelpudding rollten, oder eher schmatzten die Reifen durch den Motter und zogen bereits die erste Energie aus den Beinen. Als ich am U-Bahnhof Kiekut eintraf, begrüßten die anderen Teilnehmer einen bereits stark mit feinem Matsch besprenkelten Bagdad-Biker.
Da ich als letzter eintraf, konnte es dann auch sofort losgehen.
Das als moderat angekündigte Tempo empfand ich, in Anbetracht der Bodenverhältnisse und der geplanten Streckenlänge, gleich zu Beginn etwas hoch. Das störte mich jedoch nicht weiter. Ich wähnte mich in der Sicherheit, mich in und um Großhansdorf auszukennen und die Tour bei einem Einbruch meiner Kräfte ggf. vorzeitig beenden und nach Hause radeln zu können. Dass diese Einschätzung völlig falsch war, bemerkte ich zu spät.
Zunächst allerdings war mir die Umgebung noch gut bekannt. Mit jedem Kilometer mehr auf dem Tacho änderte sich dies. Halvtreds nutzte jeden noch so kleinen Schleichweg um der Zivilisation zu enkommen und ich verlor schnell die Orientierung. Es zeigte sich, dass Halvtreds die Strecke sehr gut ausgearbeitet und recherchiert hatte. Auch führte er gewissenhaft und umsichtig. Verloren ging niemand. Allerdings hatten wir drei Ausfälle zu verbuchen. Wosi und Ulli verabschiedeten sich recht früh. Später dann auch eine mir unbekannte Fahrerin. So ging es zu siebt weiter.
Die Strecke bot die für Schleswig Holstein typischen Reize.Wald, Koppeln, Äcker und Knicks. Wenig Höhenmeter, einige Trails, viel Wald- und Forstweg. Alles bestückt mit dem für diese Jahreszeit obligatorischen Matsch, der Rad und Fahrer schnell in ein einheitliches braun färbte. Das Schaltung und Kette mal wieder unvorstellbares leisten mussten, hatte ich nicht anders erwartet und sei hier nur am Rande erwähnt.
Ein wenig Survivalfeeling kam auf, als wir neben einem Feld voller, ich glaub es war Rhododenren, entlangfuhren und uns unverhofft durch das Dickicht des Waldes schlagen mussten. Auch die eingebaute Bachdurchfahrt war abenteuerlich, brachte allerdings auch nasse Füße, was bei dem Wetter meist weniger lustig ist. Ich friere leicht. Besonders an den Füßen stellen sich bei mir schnell Gefühllosigkeit und Erfrierungen ein. Da wird eine Tour schnell zur Tortour.
Ich wähnte mich weiterhin in heimischen Gefilden. Sieht doch jeder Matschweg wie der nächste aus. Erst als wir Koberg erreicht hatten, wurde mir mit Schrecken
bewusst, wieweit wir uns bereits gen Osten bewegt hatten. Nun gab es für mich eigentlich keine Möglichkeit mehr, um die Tour großartig abzukürzen. Zumal ich mich in dieser Region auch kaum auskenne.
Das Tempo war weiterhin zügig, aber ohne Hetze. Meine Beine allerdings vermeldeten mir, dass dies erst meine zweite Tour in diesem Jahr ist und ich gut daran täte, ein wenig Tempo rauszunehmen. So fuhren die Schnelleren vorweg. Helmut, ich und zwei weitere hinterher. Das funktioniert, da die gut harmonierende Gruppe bereitwillig Rücksicht nahm.
Bald jedoch stellten sich bei mir Schmerzen in der Kniekehle ein. Zu dem Zeitpunkt hatte ich 60 Km auf dem Tacho stehen. Im Grunde keine sonderliche Leistung. Der tiefe Boden forderte offensichtlich aber seinen Tribut. Kaputtfahren will ich mich gleich zu Beginn des Jahres nicht. Daher entschied ich mich die Gruppe ziehen zu lassen und meinen Heimweg auf weit weniger anstrengenden Geläuf zu bewältigen. Halvtreds erklärte mir in einer knappen aber präzisen Beschreibung den Heimweg entlang der Straße. ``Kürzer ist es mit Sicherheit nicht, aber gelenkschonender´´, erklärte er.
Orientierungsschwierigkeiten hatte ich auf der Heimfahrt dank der guten Beschreibung nicht. Aber zu kämpfen ohne Ende. Mal zwickte das Knie zu arg, mal spürte ich die nassen Füße nicht mehr. Daher legte ich immer wieder kurze Schiebepassgen ein, die ich dann und wann auch zum Rauchen und zur Nahrungsaufnahme nutzte. So bummelte ich mich über die Dörfer nach Hause. Ohne sonderliche Eile, aber angetrieben von der Sehnsucht nach einer warmen Dusche und der Couch.
Immerhin 90 Kilometer standen später auf meinem Tacho, die ich nun im Trainingsplan notieren kann. Somit komme ich bisher auf 122 Km im Januar. Nächste Woche ist die CTF In Kattendorf. Das Monatsziel von 200 Km scheint greifbar nah.
Einen kleinen Vorgeschmack auf die derzeit vorherrschenden Bodenverhältnisse bekam ich bereits auf der 16 Km langen Anreise nach Großhansdorf, die ich mit dem Bike bewältigte. Wie durch Wackelpudding rollten, oder eher schmatzten die Reifen durch den Motter und zogen bereits die erste Energie aus den Beinen. Als ich am U-Bahnhof Kiekut eintraf, begrüßten die anderen Teilnehmer einen bereits stark mit feinem Matsch besprenkelten Bagdad-Biker.
Da ich als letzter eintraf, konnte es dann auch sofort losgehen.
Das als moderat angekündigte Tempo empfand ich, in Anbetracht der Bodenverhältnisse und der geplanten Streckenlänge, gleich zu Beginn etwas hoch. Das störte mich jedoch nicht weiter. Ich wähnte mich in der Sicherheit, mich in und um Großhansdorf auszukennen und die Tour bei einem Einbruch meiner Kräfte ggf. vorzeitig beenden und nach Hause radeln zu können. Dass diese Einschätzung völlig falsch war, bemerkte ich zu spät.
Zunächst allerdings war mir die Umgebung noch gut bekannt. Mit jedem Kilometer mehr auf dem Tacho änderte sich dies. Halvtreds nutzte jeden noch so kleinen Schleichweg um der Zivilisation zu enkommen und ich verlor schnell die Orientierung. Es zeigte sich, dass Halvtreds die Strecke sehr gut ausgearbeitet und recherchiert hatte. Auch führte er gewissenhaft und umsichtig. Verloren ging niemand. Allerdings hatten wir drei Ausfälle zu verbuchen. Wosi und Ulli verabschiedeten sich recht früh. Später dann auch eine mir unbekannte Fahrerin. So ging es zu siebt weiter.
Die Strecke bot die für Schleswig Holstein typischen Reize.Wald, Koppeln, Äcker und Knicks. Wenig Höhenmeter, einige Trails, viel Wald- und Forstweg. Alles bestückt mit dem für diese Jahreszeit obligatorischen Matsch, der Rad und Fahrer schnell in ein einheitliches braun färbte. Das Schaltung und Kette mal wieder unvorstellbares leisten mussten, hatte ich nicht anders erwartet und sei hier nur am Rande erwähnt.
Ein wenig Survivalfeeling kam auf, als wir neben einem Feld voller, ich glaub es war Rhododenren, entlangfuhren und uns unverhofft durch das Dickicht des Waldes schlagen mussten. Auch die eingebaute Bachdurchfahrt war abenteuerlich, brachte allerdings auch nasse Füße, was bei dem Wetter meist weniger lustig ist. Ich friere leicht. Besonders an den Füßen stellen sich bei mir schnell Gefühllosigkeit und Erfrierungen ein. Da wird eine Tour schnell zur Tortour.
Ich wähnte mich weiterhin in heimischen Gefilden. Sieht doch jeder Matschweg wie der nächste aus. Erst als wir Koberg erreicht hatten, wurde mir mit Schrecken
bewusst, wieweit wir uns bereits gen Osten bewegt hatten. Nun gab es für mich eigentlich keine Möglichkeit mehr, um die Tour großartig abzukürzen. Zumal ich mich in dieser Region auch kaum auskenne.
Das Tempo war weiterhin zügig, aber ohne Hetze. Meine Beine allerdings vermeldeten mir, dass dies erst meine zweite Tour in diesem Jahr ist und ich gut daran täte, ein wenig Tempo rauszunehmen. So fuhren die Schnelleren vorweg. Helmut, ich und zwei weitere hinterher. Das funktioniert, da die gut harmonierende Gruppe bereitwillig Rücksicht nahm.
Bald jedoch stellten sich bei mir Schmerzen in der Kniekehle ein. Zu dem Zeitpunkt hatte ich 60 Km auf dem Tacho stehen. Im Grunde keine sonderliche Leistung. Der tiefe Boden forderte offensichtlich aber seinen Tribut. Kaputtfahren will ich mich gleich zu Beginn des Jahres nicht. Daher entschied ich mich die Gruppe ziehen zu lassen und meinen Heimweg auf weit weniger anstrengenden Geläuf zu bewältigen. Halvtreds erklärte mir in einer knappen aber präzisen Beschreibung den Heimweg entlang der Straße. ``Kürzer ist es mit Sicherheit nicht, aber gelenkschonender´´, erklärte er.
Orientierungsschwierigkeiten hatte ich auf der Heimfahrt dank der guten Beschreibung nicht. Aber zu kämpfen ohne Ende. Mal zwickte das Knie zu arg, mal spürte ich die nassen Füße nicht mehr. Daher legte ich immer wieder kurze Schiebepassgen ein, die ich dann und wann auch zum Rauchen und zur Nahrungsaufnahme nutzte. So bummelte ich mich über die Dörfer nach Hause. Ohne sonderliche Eile, aber angetrieben von der Sehnsucht nach einer warmen Dusche und der Couch.
Immerhin 90 Kilometer standen später auf meinem Tacho, die ich nun im Trainingsplan notieren kann. Somit komme ich bisher auf 122 Km im Januar. Nächste Woche ist die CTF In Kattendorf. Das Monatsziel von 200 Km scheint greifbar nah.
Sonntag, 9. Januar 2011
Frühjahrserwachen
Endlich steigen die Temperaturen. Heute hatte es immerhin stolze 5 Grad und gar ein wenig Sonnenschein. Zeit nun endlich aus dem Winterschlaf zu erwachen. Zum Auftakt in die neue Saison wollte ich heute eine ganz entspannte Runde drehen.
Mein Weg führte mich zunächst auf Asphalt bis nach Bünningstedt. Das war zum lockeren Einrollen genau das Richtige. Ab dem Bärentreff wollte ich aber doch etwas wildere Pfade unter die Reifen nehmen und bog in den Duvenstedter Brook ein.
Der Untergrund im Brook war recht wechselhaft. An einigen Streckenabschnitten war der Schnee noch nicht abgetaut und hatte sich aufgrund der Temperaturschwankungen der letzten Tage in blankes Eis verwandelt. Befahren unmöglich!
Größtenteils hatte ich jedoch freie Wege vor mir. Die aber waren aufgrund des Schmelzwasser extrem matschig. Teils sogar so tief, dass ich mich im kleinsten Gang regelrecht durchwühlen musste. Es fühlte sich an, als wenn ich auf einem Pattexstreifen voranzukommen versuchte. Es klebte, pappte und matschte ohne Ende. Die Schaltung vollzog ihren Dienst bereits nach wenige Metern nur noch wiederwillig.
Ich erreichte Hoisbüttel und wollte eigentlich noch den Schühberg und den Bocksberg rauf. Der Kiesweg dorthin verläuft normalerweise neben einem Feld. Heute war davon allerdings nicht zu sehen. Ein großer See Schmelzwasser überdeckte den gesamten Bereich. Anstatt mir einen anderen Weg zu suchen, unternahm ich den törichten Versuch das Wasser zu durchfahren. Nach bereits 2 Metern befanden sich Naben und Tretlager komplett unter Wasser. Als mir das Eiswasser in die Schuhe lief, wurde ich schlagartig daran erinnert, welche Jahreszeit wir haben.
So kürzte ich meine Runde ab. Fuhr statt Richtung Ahrensburg gleich gen Heimat und zog mir an einem frisch gerodeten Knick auch noch ´nen Schleicher im Hinterrad. Bis nach Hause hat die Luft dann zum Glück noch gehalten. Mit den kaltgefrorenen Knochen hätte ich auf einen Schlauchwechsel auch keinen Bock gehabt.
Daheim stellte ich dann fest, dass gleich drei Dornen den Mantel durchbohrt hatten. Eigentlich bin ich nicht abergläubisch, aber wenn man im Vorjahr auf mehreren Tausend Km nur einen Platten zu verbuchen hat und in diesem Jahr bereits auf der ersten Tour nach 32 Km vom Plattenteufel heimgesucht wird, stellt sich einem die Frage, ob das erst der Anfang war, oder das Soll für die neue Saison damit bereits erfüllt ist.
Mein Weg führte mich zunächst auf Asphalt bis nach Bünningstedt. Das war zum lockeren Einrollen genau das Richtige. Ab dem Bärentreff wollte ich aber doch etwas wildere Pfade unter die Reifen nehmen und bog in den Duvenstedter Brook ein.
Der Untergrund im Brook war recht wechselhaft. An einigen Streckenabschnitten war der Schnee noch nicht abgetaut und hatte sich aufgrund der Temperaturschwankungen der letzten Tage in blankes Eis verwandelt. Befahren unmöglich!
Größtenteils hatte ich jedoch freie Wege vor mir. Die aber waren aufgrund des Schmelzwasser extrem matschig. Teils sogar so tief, dass ich mich im kleinsten Gang regelrecht durchwühlen musste. Es fühlte sich an, als wenn ich auf einem Pattexstreifen voranzukommen versuchte. Es klebte, pappte und matschte ohne Ende. Die Schaltung vollzog ihren Dienst bereits nach wenige Metern nur noch wiederwillig.
Ich erreichte Hoisbüttel und wollte eigentlich noch den Schühberg und den Bocksberg rauf. Der Kiesweg dorthin verläuft normalerweise neben einem Feld. Heute war davon allerdings nicht zu sehen. Ein großer See Schmelzwasser überdeckte den gesamten Bereich. Anstatt mir einen anderen Weg zu suchen, unternahm ich den törichten Versuch das Wasser zu durchfahren. Nach bereits 2 Metern befanden sich Naben und Tretlager komplett unter Wasser. Als mir das Eiswasser in die Schuhe lief, wurde ich schlagartig daran erinnert, welche Jahreszeit wir haben.
So kürzte ich meine Runde ab. Fuhr statt Richtung Ahrensburg gleich gen Heimat und zog mir an einem frisch gerodeten Knick auch noch ´nen Schleicher im Hinterrad. Bis nach Hause hat die Luft dann zum Glück noch gehalten. Mit den kaltgefrorenen Knochen hätte ich auf einen Schlauchwechsel auch keinen Bock gehabt.
Daheim stellte ich dann fest, dass gleich drei Dornen den Mantel durchbohrt hatten. Eigentlich bin ich nicht abergläubisch, aber wenn man im Vorjahr auf mehreren Tausend Km nur einen Platten zu verbuchen hat und in diesem Jahr bereits auf der ersten Tour nach 32 Km vom Plattenteufel heimgesucht wird, stellt sich einem die Frage, ob das erst der Anfang war, oder das Soll für die neue Saison damit bereits erfüllt ist.
Sonntag, 2. Januar 2011
Video auf you tube
Lange Zeit hat Väterchen Frost uns alle in Schach und mich vom Biken abgehalten.
Obwohl es schon in den Fingern juckt - bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich kriegen mich keine zehn Pferde auf´s Rad. Die Langeweile hab ich mir mit dem Sichten und Zusammenstellen von Fotos vertrieben. Das Ergebnis seht ihr hier.
Obwohl es schon in den Fingern juckt - bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich kriegen mich keine zehn Pferde auf´s Rad. Die Langeweile hab ich mir mit dem Sichten und Zusammenstellen von Fotos vertrieben. Das Ergebnis seht ihr hier.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Rock Shox Recon
Als Ersatz für meine geliebte RS Duke XC angeschafft, verrichtet ihr neueres Schwestermodell, die Recon SL SoloAir, nun seit einiger Zeit ganz brav ihren Dienst. Wie schon von der Duke gewohnt, gelingt auch bei ihr das Setup problemlos und schnell. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass sich beide Gabeln ähneln, ja nahezu identisch sind. Da sie nur eine einstellbare Luftkammer haben, sind ihre Einstellmöglichkeiten allerdings begrenzt . Für meine Zwecke reicht das aber völlig aus.
Die Recon gefällt mir bisher sehr gut. Sie spricht in der von mir gewählten, recht weichen Einstellung mit viel Sag, sauber und schnell auf größere Unebenheiten an. Kleineren Schlägen in schneller Folge kann sie oft nicht mehr so ganz folgen. Ich habe schon ein wenig an der Reboundeinstellung getüftelt, bekomme es aber nicht besser eingestellt. Da fehlt ihr dann doch die zweite einstellbare Luftkammer, wie sie z.B. die sündteure Reba hat. Ich komme aber gut damit zurecht und empfinde den Kauf, auch aufgrund des unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnisses, als gute Wahl.
Bergauf neigt die Gabel, trotz weicher Abstimmung, mit ihren 100mm Federweg gar nicht so arg zum Wippen, wie befürchtet. Die Lockout-Funktion zum Blockieren nutze ich fast nie. Ich vergesse schlichtweg ständig, dass die Gabel damit ausgestattet ist.
Dem Lenkerhebel für diese Funktion stehe ich zwiespältig gegenüber. Wer den Lockout häufig nutzt, erlangt dadurch sicherlich Vorteile, denn der umständliche Griff an die Gabelkrone entfällt. Allerdings ist die Betätigung schwergängig und der Hebel unergonomisch. RS bietet inzwischen ein überarbeitetes Modell an. Zudem braucht der Hebel viel wertvollen Platz am Lenker. Da ich den Lockout ohnehin selten nutze, benötige ich den Hebel eigentlich nicht.
Die Recon gefällt mir bisher sehr gut. Sie spricht in der von mir gewählten, recht weichen Einstellung mit viel Sag, sauber und schnell auf größere Unebenheiten an. Kleineren Schlägen in schneller Folge kann sie oft nicht mehr so ganz folgen. Ich habe schon ein wenig an der Reboundeinstellung getüftelt, bekomme es aber nicht besser eingestellt. Da fehlt ihr dann doch die zweite einstellbare Luftkammer, wie sie z.B. die sündteure Reba hat. Ich komme aber gut damit zurecht und empfinde den Kauf, auch aufgrund des unschlagbaren Preis-/Leistungsverhältnisses, als gute Wahl.
Bergauf neigt die Gabel, trotz weicher Abstimmung, mit ihren 100mm Federweg gar nicht so arg zum Wippen, wie befürchtet. Die Lockout-Funktion zum Blockieren nutze ich fast nie. Ich vergesse schlichtweg ständig, dass die Gabel damit ausgestattet ist.
Dem Lenkerhebel für diese Funktion stehe ich zwiespältig gegenüber. Wer den Lockout häufig nutzt, erlangt dadurch sicherlich Vorteile, denn der umständliche Griff an die Gabelkrone entfällt. Allerdings ist die Betätigung schwergängig und der Hebel unergonomisch. RS bietet inzwischen ein überarbeitetes Modell an. Zudem braucht der Hebel viel wertvollen Platz am Lenker. Da ich den Lockout ohnehin selten nutze, benötige ich den Hebel eigentlich nicht.
Freitag, 17. Dezember 2010
Der Bagdad-Biker braucht ´nen neuen Job
Am 15.02.2011 endet mein zeitlich begrenzter Arbeitsvetrag bei der Domus GmbH, bei der ich als Hausmeister/Betriebshandwerker neben den Malerarbeiten auch alle Arten von Kleinreparaturen und die Grünanlagenpflege der Liegenschaften übernommen habe. Die Instandhaltung des Fuhrparks gehörte ebenso zu meinem Aufgabengebiet wie die Durchführung von Versorgungsfahrten für die dem Unternehmen angeschlossenen Altenheime und der Winterdienst.
Im Gegensatz zum Vorjahr wird diesmal vorraussichtlich mein Vertrag nicht verlängert werden können. Das Unternehmen ist wirtschaftlich angeschlagen und muss Stellen streichen. Getreu dem Motto: ``Wer zuletzt kommt, geht zuerst´´ trifft es wohl auch mich.
Aufgrund des Wetter herrscht derzeit im Handwerk totale Flaute. Das macht mir die Suche nach einer neuen Beschäftigung nicht leichter. Daher bin ich ein wenig auf Eure Mithilfe angewiesen. Wer also etwas weiß, jemanden kennt der etwas weiß oder jemanden kennt, der eine Tante hat die jemanden kennt.....
Was ich biete:
Ich bin gewissenhaft, arbeite sauber und zügig. Ich habe eine gute Auffassungsgabe und ein ausgeprägtes unternehmerisches Denken.
Als gelernter Maler und Lackierer beherrsche ich selbstvertsändlich alle berufsüblichen Tätigkeiten. Auch konnte ich mir gute Grundkentnisse des Verputzens und des Trockenbaus, aber auch der Bodenbelagsarbeiten inklusive der Fliesenverlegung aneignen.
Bei der Bundeswehr wurde ich als Gruppenführer ausgebildet. Diese Ausbildung beinhaltet inhaltlich im Schwerpunkt, neben Wach- und Sicherungsaufgaben, die Führung von Mitarbeitern.
Während meiner sechsjährigen Selbständigkeit als Hausmeister habe ich mir eine äußerst zielstrebige, ergebnisorientierte Arbeitsweise angeeignet. Die eigenverantwortliche Planung und Durchführung von Baustellen und Arbeitsaufträgen, angefangen bei der Kalkulation und der Materialbestellung über den Personaleinsatz bis zur Ergebniskontrolle, absolviere ich routieniert und in der Regel fehlerfrei.
Meinen Führerschein der Klasse CE nutzte ich regelmäßig in einer Spedition. Hier führte ich Nachtfahrten mit 12 To Solo-Fahrzeugen im Güternahverkehr durch.
Was ich suche:
Ich suche vornehmlich wieder eine Beschäftigung als Betriebshandwerker oder Hausmeister und Allrounder, bei der ich meine vielfälltigen Kentnisse und Fähigkeiten einsetzen kann und reichhaltig gefordert werde.
Auch den Einsatz bei einer Spedition kann ich mir sehr gut vorstellen, da mir das Führen, die Pflege und Wartung von Maschinen und Fahrzeugen aber auch der Transport der unterschiedlichsten Güter unheimlichen Spaß bereitet.
In einem Malerbetrieb würde ich mich selbstverständlich auch sehr wohl fühlen, sofern das Aufgabengebiet und die gestellten Anforderungen mehr als nur das Kleben von Raufaser und Decke/Wände weiß streichen beinhaltet.
Da ich sehr lern- und wissbegierig bin, kann ich mir aber auch durchaus vorstellen, als Quereinsteiger in einen völlig neuen Berufszweig einzusteigen.
Was ich erwarte:
Einen interessanten, möglichst abwechslungsreichen und fordernden Job. Denn das Däumchendrehen können andere besser als ich. Sehr wichtig ist mir ein gesundes Betriebsklima und der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern. Nur so lässt sich effektiv und wirtschaftlich handeln und arbeiten. Generell habe ich gerne ein offenes und ehrliches Verhältnis zu meinen Vorgesetzten.
Desweiteren erwarte ich eine leistungsgerechte Entlohnung für meinen Einsatz. Wer in Vollzeit arbeitet, sollte davon auch seinen Lebensunterhalt bestreiten können.
Bei Interesse, Tips, Ideen und Anregungen nutzt bitte die Kontaktmöglichkeiten, ich werde Euch dann umgehend eine vollständige Bewerbungsmappe zukommen lassen.
Im Gegensatz zum Vorjahr wird diesmal vorraussichtlich mein Vertrag nicht verlängert werden können. Das Unternehmen ist wirtschaftlich angeschlagen und muss Stellen streichen. Getreu dem Motto: ``Wer zuletzt kommt, geht zuerst´´ trifft es wohl auch mich.
Aufgrund des Wetter herrscht derzeit im Handwerk totale Flaute. Das macht mir die Suche nach einer neuen Beschäftigung nicht leichter. Daher bin ich ein wenig auf Eure Mithilfe angewiesen. Wer also etwas weiß, jemanden kennt der etwas weiß oder jemanden kennt, der eine Tante hat die jemanden kennt.....
Was ich biete:
Ich bin gewissenhaft, arbeite sauber und zügig. Ich habe eine gute Auffassungsgabe und ein ausgeprägtes unternehmerisches Denken.
Als gelernter Maler und Lackierer beherrsche ich selbstvertsändlich alle berufsüblichen Tätigkeiten. Auch konnte ich mir gute Grundkentnisse des Verputzens und des Trockenbaus, aber auch der Bodenbelagsarbeiten inklusive der Fliesenverlegung aneignen.
Bei der Bundeswehr wurde ich als Gruppenführer ausgebildet. Diese Ausbildung beinhaltet inhaltlich im Schwerpunkt, neben Wach- und Sicherungsaufgaben, die Führung von Mitarbeitern.
Während meiner sechsjährigen Selbständigkeit als Hausmeister habe ich mir eine äußerst zielstrebige, ergebnisorientierte Arbeitsweise angeeignet. Die eigenverantwortliche Planung und Durchführung von Baustellen und Arbeitsaufträgen, angefangen bei der Kalkulation und der Materialbestellung über den Personaleinsatz bis zur Ergebniskontrolle, absolviere ich routieniert und in der Regel fehlerfrei.
Meinen Führerschein der Klasse CE nutzte ich regelmäßig in einer Spedition. Hier führte ich Nachtfahrten mit 12 To Solo-Fahrzeugen im Güternahverkehr durch.
Was ich suche:
Ich suche vornehmlich wieder eine Beschäftigung als Betriebshandwerker oder Hausmeister und Allrounder, bei der ich meine vielfälltigen Kentnisse und Fähigkeiten einsetzen kann und reichhaltig gefordert werde.
Auch den Einsatz bei einer Spedition kann ich mir sehr gut vorstellen, da mir das Führen, die Pflege und Wartung von Maschinen und Fahrzeugen aber auch der Transport der unterschiedlichsten Güter unheimlichen Spaß bereitet.
In einem Malerbetrieb würde ich mich selbstverständlich auch sehr wohl fühlen, sofern das Aufgabengebiet und die gestellten Anforderungen mehr als nur das Kleben von Raufaser und Decke/Wände weiß streichen beinhaltet.
Da ich sehr lern- und wissbegierig bin, kann ich mir aber auch durchaus vorstellen, als Quereinsteiger in einen völlig neuen Berufszweig einzusteigen.
Was ich erwarte:
Einen interessanten, möglichst abwechslungsreichen und fordernden Job. Denn das Däumchendrehen können andere besser als ich. Sehr wichtig ist mir ein gesundes Betriebsklima und der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern. Nur so lässt sich effektiv und wirtschaftlich handeln und arbeiten. Generell habe ich gerne ein offenes und ehrliches Verhältnis zu meinen Vorgesetzten.
Desweiteren erwarte ich eine leistungsgerechte Entlohnung für meinen Einsatz. Wer in Vollzeit arbeitet, sollte davon auch seinen Lebensunterhalt bestreiten können.
Bei Interesse, Tips, Ideen und Anregungen nutzt bitte die Kontaktmöglichkeiten, ich werde Euch dann umgehend eine vollständige Bewerbungsmappe zukommen lassen.
Mittwoch, 1. Dezember 2010
MTB Coaching Level III mit Philipp Kraft
Wie ein abgerittener Gaul, der sich durch die Savanne schleppt, mit hängendem Kopf und trockener Zunge krieche ich an der B 73 entlang. Die Beine sind bleischwer und ohne jegliche Kraft. Der Körper, durch die Erkältung geschwächt, hat keine Reserven aufzubieten und sehnt sich nach Ruhe. Fehlen eigentlich nur noch die über mir kreisenden Aasgeier. Ein schneller Blick gen Himmel, nur um ganz sicher zu gehen, dass alles ok ist!
Dabei fing der Tag wirklich klasse an. Ich hatte nicht verschlafen, fühlte mich den Umständen entsprechend fit, hatte keine Ausrüstung vergessen, kam super über die Autobahn und fand den Startort unser heutigen Tour auf Anhieb. Dass ich mich seit Tagen mit der Schnotterseuche abärgerte, war da (noch) beinahe nebensächlich.
Flugs hatte ich mein Rad aus dem Auto gewuchtet und mich zu den Mitfahrer gesellt, da begann Philipp schon mit dem obligatorischen Bikechek, der diesmal absolut im zeitlichen Rahmen stattfand. Die als Ausbildungseinheit angedachte Tour modifizierte Philipp, zu einer geführten Singletrailtour um, um lange Stehphasen bei den niedrigen Temperaturen zu vermeiden.
Ein paar Meter kurbelten wir uns warm und begannen alsbald auf den ersten Singletrails zu surfen. Herrlich, was unsere Guides Philipp und Stephan uns präsentierten. Viel Flow, viele kurze, knackige Anstiege und super Abfahrten. Aufgrund des Schnees waren einige Passagen technisch schon anspruchsvoll und teils recht kniffelig. Es ist schon erstaunlich, wie sich der Untergrund auf das Fahrverhalten des Bikes auswirkt. Grundsätzlich war aber alles fahrbar. Zumindest für die meisten von uns! An einer Abfahrt ging mir dann doch der Kackstift und ich zog die Notbremse. Was solls? Mit meinen 31 Lenzen hab ich inzwischen ein Alter erreicht, indem man seinen mangelnden Mut als hohes Maß an Vernunft deklarieren kann.
Gleich zu Beginn der Tour wurde mir bereits recht schnell ungewöhnlich warm. Ich zog ein paar Klamotten aus, vermutete einfach zu dick eingeplünnt zu sein. Doch wirklich besser wurde es nicht. Ich schwitzte wie ein Tier aus allen Poren. Mein Puls jagte. Vermutlich auch, weil ich, bedingt durch die verrotzte Nase, viel zu schnell und nur durch den Mund atmete. Viel mehr Sorge bereiteten mir jedoch meine Beine. Sie fühlten sich so ungewöhnlich schwach und kraftlos an, dass sie bei Abfahrten in der Grundposition zu zittern begannen und ich Mühe hatte das Bike zu kontrollieren. Fand ich irgendwie gar nicht mehr witzig! Bergauf tat ich mich ebenfalls schwer. Ich brachte kaum genug Druck auf´s Pedal um die Anstiege zu meistern.
Ein ums andere Mal musste ich heute schieben. Diese Erfahrung war unsagbar demütigend! So dreckig wie heute ging es mir lange nicht mehr. Ganz offensichtlich war mein Körper der doppelten Belastung aus Krankheit und körperlicher Betätigung dann doch nicht gewachsen. Ich informierte Stephan und Philipp. Die nahmen sofort etwas Tempo raus um mich etwas zu entlasten. Das half allerdings nur kurze Zeit. Als die Beine an einer kleinen Steigung zitternd den Dienst quittierten, schaffte ich es grad noch eben so vom Rad zu steigen, bevor ich damit umfiel.
Mit fast väterlich besorgter Mine nahm Phlipp meinen Wunsch, die Tour vorzeitig zu beenden und allein die Rückfahrt antreten zu wollen, zur Kenntnis. Der Gedanke, dass mir unterwegs etwas zustoßen könnte, sorgte ihn. Er stattete mich mit seiner Karte aus und erklärte mir zusätzlich den einfachsten Weg zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Ziehen ließ er mich dann auch erst, nachdem er sich vergewissert hatte, dass ich mein Handy und seine Telefonnummer dabei hatte.
„Olli, fahr vorsichtig. Mach langsam. Nicht übertreiben und kein unnötiges Risiko“, klingt mir seine gut gemeinte und freundschaftliche Warnung immer wieder im Ohr, während ich nun selbst auf dem asphaltierten Fußweg der B 73 die 10 Km/h-Marke kaum knacken kann. „Du Scherzkeks“, denke ich mir mit einem schwachen Lächeln. „Als ob ich noch in der Lage wäre irgendwelche riskanten Aktionen zu starten.“ Ich weiß seine Fürsorge allerdings durchaus zu schätzen. Auch das macht eben einen guten Guide aus. Der Phillip wird mir mit jeder Begegnung noch ein Stück symphatischer.
Als ich endlich am Auto angekomme, geht es meinem Handy ähnlich wie mir. Systemfehler! Offenbar ist es zu kalt. Das Gerät zeigt keinerlei Funktion. Der versprochene „Alles-OK-Anruf“ beim Guide muss somit warten, bis ich zu Hause bin.
Bewaffnet mit Wolldecke und Teetasse telefoniere ich dann aus dem heimischen Wohnzimmer mit Philipp, nicht ohne den Hintergedanken im Frühjahr wieder mit ihm fahren zu wollen.
Das Bild habe ich mir bei HFS ausgeliehen
Sonntag, 24. Oktober 2010
CTF in Ratzeburg
Wenig begeistert kehre ich grade von der 6. CTF des RST Lübeck aus Ratzeburg zurück.
Begleitet haben mich bei dieser Tour einige Mitglieder des Forums von HFS, sowie dessen Administrator Helmut.
``So eine Scheiße!´´, schimpft Helmut und kriegt sich gar nicht wieder ein. Der sonst so ruhige und freundliche Admin ist stocksauer und schimpft wie ein Rohrspatz. Er hat auch allen Grund dazu. Von unserer Gruppe abgehängt und vom Guide vergessen, stehen wir Foris bei der Ratzeburg CTF völlig planlos allein im Wald.
Dabei fing der Tag so schlecht gar nicht an. Helmut war beinahe pünktlich, hatte nichts vergessen und war zu reichlich Scherzen aufgelegt. Was er verpasste war die Ansage, dass aufgrund des Wetters nur die kurze Distanz angeboten werden würde. Die lange Strecke sei zu gefährlich. Diese Mitteilung rief keine Begeisterungsstürme hervor, wurde (teils mit großer Verwunderung) aber dann so hingenommen.
Ich, nach meiner Dänemarktour nun wirklich wetter- und kilometererprobt, wäre sehr gerne die lange Strecke gefahren und konnte die Bedenken des Veranstalters auch nicht ansatzweise nachvollziehen.
Das Wetter war durchwachsen aber ok. Etwas Wind, etwas Regen. Typisch norddeutsch eben. Sowas kann echte Biker doch nicht schocken.
Wahrscheinlich war es dem RST Lübeck schlicht zu blöd für die wenigen Teilnehmer auch noch extra zwei Strecken anzubieten.
So reihte ich mich zu unseren Foris Helmut, MadMat., BriMore und UlliRose in die dritte Gruppe ein. Doch in der blieben wir nur kurze Zeit. Denn bald nach dem Start verloren wir den Anschluss. Dabei war das Tempo gar nicht sonderlich hoch. Vielmehr zog sich das Feld nach Engstellen zusehends auseinander. Unseren Guide hat das wohl wenig beeindruckt. Er fuhr seinen Stiefel ohne sich umzudrehen. An einer Abbiegung war es dann geschehen. Die Gruppe war weg.
Nach kurzer Zeit wurden wir von einem Fahrer im RST Trikot überholt. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren zog er an uns vorbei. Einige hundert Meter folgten wir ihm, ohne zu wissen, ob dies nun auch so richtig war, drehten dann wieder um. Wir hatten beschlossen an besagter Abbiegung auf die nächste Gruppe zu warten. Diese traf auch recht bald ein und wir schlossen uns ihr an.
Die neue Gruppe war leider extrem langsam unterwegs. Das lag weniger am Konditionsstand, als vielmehr an mangelnder Fahrtechnik vieler Teilnehmer. Bei wirklich jeder Abfahrt und bei jeder Baumwurzel brach ein ohrenbetäubendes Quietschen und Kreischen aus zig gequälten Bremsen los. Das Fahrtempo ging dann stellenweise gegen Null. Der Fahrspaß sank hierdurch proportional zu meiner Laune.
Dabei war das Geläuf gar nicht weiter wild. Zwar recht hügelig und teils etwas matschig, aber fast ausschließlich Forstautobahn und somit sehr gut fahrbar. Die hübsche Landschaft konnte mich nur wenig trösten.
Zum Glück hatte ich mit unseren Foris ausreichend und nette Gesprächspartner, sodass ich mein Vorhaben, diese langweilige Tour vorzeitig abzubrechen, wieder verwarf.
Als wir die Verpflegung erreichten, waren wir durch den einsetzenden Regen, aber auch durch das Spritzwasser von der Strecke, alle recht durchgeweicht und über die warmen Getränke, die uns alsbald von Angelboot gereicht wurden, sehr erfreut. Das Verpflegungsangebot war übersichtlich, aber völlig ausreichend. Das es schon etwas arg geplündert war, ist nunmal das Los der letzten Gruppe und war nicht weiter tragisch. Es war für jeden etwas dabei und hungrig blieb niemand.
Es wurde recht schnell frisch in den nassen Klamotten. So brachen wir zügig wieder auf. Allerdings hätte unsere Führerin ihre Gruppe vorher sammeln lassen sollen. Sie fuhr ab, während ich noch meinen Riegel im Mund, andere zum Austreten gar ihr bestes Stück noch in der Hand hatten.
Der weitere Streckenverlauf war landschaftlich noch schöner und bot fahrtechnisch auch ein wenig mehr Abwechslung. Leider fiel meine HR Bremse mit durchgeschliffenen Belägen aus. Ohne diese Sicherheitsreserve ließ auch ich die Abfahrten nun vorsichtiger angehen.
Auch galt es nun einige Steigungen, die durch den tiefen Boden an Schärfe gewannen, zu bewältigen. Zudem gesellte sich ein guter, aber auch gefürchteter Bekannter zu uns. Der Wind!
Er blies kräftig mal von der einen, mal von der anderen Seite, jedoch stets schräg von vorn und erschwerte die Weiterfahrt. Aber auch dieser Gegner wurde von allen tapfer bezwungen und so trafen wir geschlossen wieder am Startpunkt ein, um uns am reichlichen Kuchenbuffet zu stärken und weitere gemeinsame Radsportpläne zu schmieden.
Fazit: Die Gegend um Ratzeburg ist herlich und bietet ideale Bedingungen zum Radfahren. Leider machte dem Veranstalter das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Etwas lustlos wirkte die Durchführung der CTF auf mich allerdings schon. Und das ein Guide einen Teil seiner Gruppe verliert, ohne es zu merken, ist inaktzeptabel.
Ob ich im nächsten Jahr wieder hinfahre, muss ich mir ernsthaft überlegen.
Begleitet haben mich bei dieser Tour einige Mitglieder des Forums von HFS, sowie dessen Administrator Helmut.
``So eine Scheiße!´´, schimpft Helmut und kriegt sich gar nicht wieder ein. Der sonst so ruhige und freundliche Admin ist stocksauer und schimpft wie ein Rohrspatz. Er hat auch allen Grund dazu. Von unserer Gruppe abgehängt und vom Guide vergessen, stehen wir Foris bei der Ratzeburg CTF völlig planlos allein im Wald.
Dabei fing der Tag so schlecht gar nicht an. Helmut war beinahe pünktlich, hatte nichts vergessen und war zu reichlich Scherzen aufgelegt. Was er verpasste war die Ansage, dass aufgrund des Wetters nur die kurze Distanz angeboten werden würde. Die lange Strecke sei zu gefährlich. Diese Mitteilung rief keine Begeisterungsstürme hervor, wurde (teils mit großer Verwunderung) aber dann so hingenommen.
Ich, nach meiner Dänemarktour nun wirklich wetter- und kilometererprobt, wäre sehr gerne die lange Strecke gefahren und konnte die Bedenken des Veranstalters auch nicht ansatzweise nachvollziehen.
Das Wetter war durchwachsen aber ok. Etwas Wind, etwas Regen. Typisch norddeutsch eben. Sowas kann echte Biker doch nicht schocken.
Wahrscheinlich war es dem RST Lübeck schlicht zu blöd für die wenigen Teilnehmer auch noch extra zwei Strecken anzubieten.
So reihte ich mich zu unseren Foris Helmut, MadMat., BriMore und UlliRose in die dritte Gruppe ein. Doch in der blieben wir nur kurze Zeit. Denn bald nach dem Start verloren wir den Anschluss. Dabei war das Tempo gar nicht sonderlich hoch. Vielmehr zog sich das Feld nach Engstellen zusehends auseinander. Unseren Guide hat das wohl wenig beeindruckt. Er fuhr seinen Stiefel ohne sich umzudrehen. An einer Abbiegung war es dann geschehen. Die Gruppe war weg.
Nach kurzer Zeit wurden wir von einem Fahrer im RST Trikot überholt. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren zog er an uns vorbei. Einige hundert Meter folgten wir ihm, ohne zu wissen, ob dies nun auch so richtig war, drehten dann wieder um. Wir hatten beschlossen an besagter Abbiegung auf die nächste Gruppe zu warten. Diese traf auch recht bald ein und wir schlossen uns ihr an.
Die neue Gruppe war leider extrem langsam unterwegs. Das lag weniger am Konditionsstand, als vielmehr an mangelnder Fahrtechnik vieler Teilnehmer. Bei wirklich jeder Abfahrt und bei jeder Baumwurzel brach ein ohrenbetäubendes Quietschen und Kreischen aus zig gequälten Bremsen los. Das Fahrtempo ging dann stellenweise gegen Null. Der Fahrspaß sank hierdurch proportional zu meiner Laune.
Dabei war das Geläuf gar nicht weiter wild. Zwar recht hügelig und teils etwas matschig, aber fast ausschließlich Forstautobahn und somit sehr gut fahrbar. Die hübsche Landschaft konnte mich nur wenig trösten.
Zum Glück hatte ich mit unseren Foris ausreichend und nette Gesprächspartner, sodass ich mein Vorhaben, diese langweilige Tour vorzeitig abzubrechen, wieder verwarf.
Als wir die Verpflegung erreichten, waren wir durch den einsetzenden Regen, aber auch durch das Spritzwasser von der Strecke, alle recht durchgeweicht und über die warmen Getränke, die uns alsbald von Angelboot gereicht wurden, sehr erfreut. Das Verpflegungsangebot war übersichtlich, aber völlig ausreichend. Das es schon etwas arg geplündert war, ist nunmal das Los der letzten Gruppe und war nicht weiter tragisch. Es war für jeden etwas dabei und hungrig blieb niemand.
Es wurde recht schnell frisch in den nassen Klamotten. So brachen wir zügig wieder auf. Allerdings hätte unsere Führerin ihre Gruppe vorher sammeln lassen sollen. Sie fuhr ab, während ich noch meinen Riegel im Mund, andere zum Austreten gar ihr bestes Stück noch in der Hand hatten.
Der weitere Streckenverlauf war landschaftlich noch schöner und bot fahrtechnisch auch ein wenig mehr Abwechslung. Leider fiel meine HR Bremse mit durchgeschliffenen Belägen aus. Ohne diese Sicherheitsreserve ließ auch ich die Abfahrten nun vorsichtiger angehen.
Auch galt es nun einige Steigungen, die durch den tiefen Boden an Schärfe gewannen, zu bewältigen. Zudem gesellte sich ein guter, aber auch gefürchteter Bekannter zu uns. Der Wind!
Er blies kräftig mal von der einen, mal von der anderen Seite, jedoch stets schräg von vorn und erschwerte die Weiterfahrt. Aber auch dieser Gegner wurde von allen tapfer bezwungen und so trafen wir geschlossen wieder am Startpunkt ein, um uns am reichlichen Kuchenbuffet zu stärken und weitere gemeinsame Radsportpläne zu schmieden.
Fazit: Die Gegend um Ratzeburg ist herlich und bietet ideale Bedingungen zum Radfahren. Leider machte dem Veranstalter das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Etwas lustlos wirkte die Durchführung der CTF auf mich allerdings schon. Und das ein Guide einen Teil seiner Gruppe verliert, ohne es zu merken, ist inaktzeptabel.
Ob ich im nächsten Jahr wieder hinfahre, muss ich mir ernsthaft überlegen.
Freitag, 22. Oktober 2010
Unzufrieden mit der Materialwahl
Meine neuen Schläuche mit italienischem Ventil fielen in meinem Test gnadenlos durch. Ich hatte mir mehr Stabilität gegenüber den französichen Ventilen versprochen. Doch wie ich feststellen musste verbiegen beide Sorten gleichschnell und gerne. Im Gegensatz zu den französichen Ventilen lassen sich die italienischen zudem bedeutend schwerer und nur sehr fummelig aufpumpen.
Ebenfalls durchgefallen ist Schwalbes Reifen ``Jimmy´´!
Obwohl Schwalbe Marktführer ist und mit div. Reifen zahlreiche Testsiege einfuhr, enttäuschte er auf ganzer Linie. Als Ersatz nach 8000 treuen Km für den IRC Mythos gedacht, entpuppte sich der Reifen als Flop, der lediglich an einem Baumarktrad Verwendung finden sollte.
Ich erwartete vom Jimmy keine Wunder. Liegt er preislich doch zumindest etwas günstiger als seine sündteuren Geschwister Nobby Nic, oder Racing Ralph.
Die Profiltiefe ist bereits im Neuzustand sehr gering. Auch fällt der Jimmy für einen 2.1´er Reifen extrem schmal aus und hat nur eine tatsächliche Breite von ca. 1,8-1,9 Zoll. Darunter leidet der Fahrkomfort extrem. Durchschläge sind an der Tagesordnung, obwohl der Reifen mit 2,8 Bar sogar recht stramm gefüllt ist. Mit weniger Reifendruck lässt er sich gar nicht fahren. Trotz des hohen Drucks ist zumindest der Grip zufriedenstellend. Fragt sich nur wie lange noch.
Nach jetzt etwa 600 absolvierten Km hat der Jimmy bereits mehr als die Hälfte des Profils eingebüßt. Das geht mal gar nicht. Diesbezüglich werde ich Schwalbe kontaktieren und bin auf deren Antwort gespannt.
Ebenfalls durchgefallen ist Schwalbes Reifen ``Jimmy´´!
Obwohl Schwalbe Marktführer ist und mit div. Reifen zahlreiche Testsiege einfuhr, enttäuschte er auf ganzer Linie. Als Ersatz nach 8000 treuen Km für den IRC Mythos gedacht, entpuppte sich der Reifen als Flop, der lediglich an einem Baumarktrad Verwendung finden sollte.
Ich erwartete vom Jimmy keine Wunder. Liegt er preislich doch zumindest etwas günstiger als seine sündteuren Geschwister Nobby Nic, oder Racing Ralph.
Die Profiltiefe ist bereits im Neuzustand sehr gering. Auch fällt der Jimmy für einen 2.1´er Reifen extrem schmal aus und hat nur eine tatsächliche Breite von ca. 1,8-1,9 Zoll. Darunter leidet der Fahrkomfort extrem. Durchschläge sind an der Tagesordnung, obwohl der Reifen mit 2,8 Bar sogar recht stramm gefüllt ist. Mit weniger Reifendruck lässt er sich gar nicht fahren. Trotz des hohen Drucks ist zumindest der Grip zufriedenstellend. Fragt sich nur wie lange noch.
Nach jetzt etwa 600 absolvierten Km hat der Jimmy bereits mehr als die Hälfte des Profils eingebüßt. Das geht mal gar nicht. Diesbezüglich werde ich Schwalbe kontaktieren und bin auf deren Antwort gespannt.
Montag, 18. Oktober 2010
MTB Coaching mit Philipp Kraft
Zusammen mit einigen Auserwählten des HFS- Forums durfte ich gestern an einem Fahrtechnikseminar von Philipp Kraft teilnehmen.
Mit großen Erwartungen fuhr ich in die Harburger Berge. Zum einen wegen der Location, von der ich schon viel gehört, sie aber noch nie gesehen hatte. Zum anderen, weil Philipp Kraft als ausgebildeter MTB Guide nun professionelle Fahrtechnikseminare anbietet und ich gespannt war zu erfahren, welche Fehler sich in meine Fahrtechnik eingeschlichen haben könnten. Neben den mir zuvor nur virtuell bekannten Stine, BriMore und Schnuffi, gesellten sich die bekannten Gesichter von MadMat und Helmut hinzu. Micha begleitete uns als Fotograf und entpuppte sich als äußerst sympatische Stimmungskanone.
Das Wetter hätte kaum besser sein können. Trockene und sonnige 12 Grad sind zum Biken doch ideale Bedingungen. Das sorgte für Heiterkeit auch in unseren Gemütern. Es wurde viel geschwatzt und der arme Philipp musste während unserer Tour ein ums andere mal mit ein wenig Nachdruck um Gehör bitten. Dies tat er auf eine angenehme und doch bestimmende Art, ohne laut oder unfreundlich zu klingen.
Da ich vier Jahre als Ausbilder bei der Bundeswehr tätig war, erachte ich mich diesbezüglich als kompetent genug, seinen Führungstil als vorbildlich zu bezeichen.
Bevor es jedoch wirklich losgehen konnte, galt es einige Haftungsausschlüsse zu unterzeichnen. Auch die Funktionstüchtigkeit der Räder musste aus rechtlichen Gründen überprüft werden. Dies geschah, indem wir nach Philipps Anweisungen jeweils das Rad des Nebenmann´s bzw. der Nebenfrau überprüften. Es zeigte sich, dass Philipp seinen Job beherrscht. Die Überprüfung war sinnvoll (das zeigten einige kleinere Mängel an Helmuts und Michas Rädern), fachmännisch und anschaulich erklärt. Allerdings verloren wir sehr viel Zeit. Hier sollte Philipp methodisch schlicht anders vorgehen und notfalls die Räder selber prüfen. Denn Themenschwerpunkt war Fahrtechnik und nicht Materialkunde. Methodisch wertvoll war hingegen, dass Philipp uns einen kurzen Überblick über das anstehende Programm und die Strecke verschaffte, bevor wir losfuhren.
Während der Fahrt führte Philipp sicher und zuverlässig. Er hielt die Gruppe beisammen und nahm Rücksicht auf Fußgänger und Reiter. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass er etwas ``übervorsichtig´´ war. Das war wohl der Tatsache geschuldet, dass er sich partout keinen Fehler leisten wollte. Das Fahrtempo hätte für meinen Geschmack etwas höher sein dürfen.
Während der Tour nutzte Philipp die Geländegegebenheiten für seine Ausbildungszwecke effektiv und hatte eine gut fahrbare Strecke ausgewählt. Da es sich hauptsächlich um breite Wege handelte, trafen wir relativ häufig auf Fußgänger. Das war aber grundsätzlich kein Problem. Die Masse machte bereitwillig Platz, war freundlich und teils durchaus an unserem Tun interessiert.
Sobald wir einen ``Ausbildungsort´´ erreicht hatten, wendete Philipp die Ausbildungsmethodik V.E.N.Ü. (steht für vormachen, erklären, nachmachen, übern) an. Dabei nahm er sich für jeden einzelnen viel Zeit, stellte auch kleinste Mängel ab und ging individuell auf die Teilnehmer ein. Ganz großes Tennis. Genau so soll es sein!
Das wir dafür oftmals lange Standzeiten zu verbuchen hatten, lässt sich für den Ausbilder einfach nicht ändern. Allerdings hätte Philipp vor der Tour gerne auf den Bedarf an warmer Kleidung hinweisen dürfen und zwischen den einzelnen Ausbildungsorten die Möglichkeit zum warmpedalieren schaffen sollen.
Die erste 1-1,5 Std. war Philipp noch ein wenig nervös, taute aber zunehmend auf und wurde immer lockerer. Hier fehlt ihm noch ein wenig Routine. Die aber kommt von ganz allein. Seine Ausbildunginhalte vermittelte Philipp dafür ebenso gut verständlich wie kompetent. Fachlich steht der Mann wirklich voll im Stoff.
Anfangs war ich ein wenig gelangweilt, wähnte mich in einem zu niedrigen Ausbildungslevel. Die Grundposition und das dosierte Bremsen mit einem Finger waren für mich keine Herausforderung.
Interessant wurde es dann aber kurze Zeit später doch. Bei den Themen ``Anfahren/Anhalten in gemäßigten Gelände´´ und besonders bei ``Anfahren/Anhalten in steilem Gelände´´ konnte mir Philipp wertvolle Kniffe und Tricks zeigen. Der erste ``AHA-Effekt´´ stellte sich nun auch bei mir ein. Auch das ich Rampen, die ich zuvor im Wiegetritt und durchdrehendem Hinterrad bezwungen habe, viel besser mit einem gut verlagerten Schwerpunkt und im Sattel sitzend hochfahren kann, habe ich gelernt.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Philipp die Teilnehmer nach der Tour zu einer Abschlussbeschprechung zusammenrief und um ein Feedback bat. Positive Bemerkungen nahm er sichtlich erfreut, konstruktiv gestaltete Kritik sehr einsichtig und offensichtlich nicht weniger dankbar zur Kenntnis. Dieses Verhalten unterstrich den während der Tour gewonnenen Eindruck, dass Philipp seinen Job sehr ernst nimmt und ihn sehr gewissenhaft durchführt.
Zahlreiche und wirklich sehenswerte Fotos von Helmut und Michael findet Ihr hier.
Mit großen Erwartungen fuhr ich in die Harburger Berge. Zum einen wegen der Location, von der ich schon viel gehört, sie aber noch nie gesehen hatte. Zum anderen, weil Philipp Kraft als ausgebildeter MTB Guide nun professionelle Fahrtechnikseminare anbietet und ich gespannt war zu erfahren, welche Fehler sich in meine Fahrtechnik eingeschlichen haben könnten. Neben den mir zuvor nur virtuell bekannten Stine, BriMore und Schnuffi, gesellten sich die bekannten Gesichter von MadMat und Helmut hinzu. Micha begleitete uns als Fotograf und entpuppte sich als äußerst sympatische Stimmungskanone.
Das Wetter hätte kaum besser sein können. Trockene und sonnige 12 Grad sind zum Biken doch ideale Bedingungen. Das sorgte für Heiterkeit auch in unseren Gemütern. Es wurde viel geschwatzt und der arme Philipp musste während unserer Tour ein ums andere mal mit ein wenig Nachdruck um Gehör bitten. Dies tat er auf eine angenehme und doch bestimmende Art, ohne laut oder unfreundlich zu klingen.
Da ich vier Jahre als Ausbilder bei der Bundeswehr tätig war, erachte ich mich diesbezüglich als kompetent genug, seinen Führungstil als vorbildlich zu bezeichen.
Bevor es jedoch wirklich losgehen konnte, galt es einige Haftungsausschlüsse zu unterzeichnen. Auch die Funktionstüchtigkeit der Räder musste aus rechtlichen Gründen überprüft werden. Dies geschah, indem wir nach Philipps Anweisungen jeweils das Rad des Nebenmann´s bzw. der Nebenfrau überprüften. Es zeigte sich, dass Philipp seinen Job beherrscht. Die Überprüfung war sinnvoll (das zeigten einige kleinere Mängel an Helmuts und Michas Rädern), fachmännisch und anschaulich erklärt. Allerdings verloren wir sehr viel Zeit. Hier sollte Philipp methodisch schlicht anders vorgehen und notfalls die Räder selber prüfen. Denn Themenschwerpunkt war Fahrtechnik und nicht Materialkunde. Methodisch wertvoll war hingegen, dass Philipp uns einen kurzen Überblick über das anstehende Programm und die Strecke verschaffte, bevor wir losfuhren.
Während der Fahrt führte Philipp sicher und zuverlässig. Er hielt die Gruppe beisammen und nahm Rücksicht auf Fußgänger und Reiter. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass er etwas ``übervorsichtig´´ war. Das war wohl der Tatsache geschuldet, dass er sich partout keinen Fehler leisten wollte. Das Fahrtempo hätte für meinen Geschmack etwas höher sein dürfen.
Während der Tour nutzte Philipp die Geländegegebenheiten für seine Ausbildungszwecke effektiv und hatte eine gut fahrbare Strecke ausgewählt. Da es sich hauptsächlich um breite Wege handelte, trafen wir relativ häufig auf Fußgänger. Das war aber grundsätzlich kein Problem. Die Masse machte bereitwillig Platz, war freundlich und teils durchaus an unserem Tun interessiert.
Sobald wir einen ``Ausbildungsort´´ erreicht hatten, wendete Philipp die Ausbildungsmethodik V.E.N.Ü. (steht für vormachen, erklären, nachmachen, übern) an. Dabei nahm er sich für jeden einzelnen viel Zeit, stellte auch kleinste Mängel ab und ging individuell auf die Teilnehmer ein. Ganz großes Tennis. Genau so soll es sein!
Das wir dafür oftmals lange Standzeiten zu verbuchen hatten, lässt sich für den Ausbilder einfach nicht ändern. Allerdings hätte Philipp vor der Tour gerne auf den Bedarf an warmer Kleidung hinweisen dürfen und zwischen den einzelnen Ausbildungsorten die Möglichkeit zum warmpedalieren schaffen sollen.
Die erste 1-1,5 Std. war Philipp noch ein wenig nervös, taute aber zunehmend auf und wurde immer lockerer. Hier fehlt ihm noch ein wenig Routine. Die aber kommt von ganz allein. Seine Ausbildunginhalte vermittelte Philipp dafür ebenso gut verständlich wie kompetent. Fachlich steht der Mann wirklich voll im Stoff.
Anfangs war ich ein wenig gelangweilt, wähnte mich in einem zu niedrigen Ausbildungslevel. Die Grundposition und das dosierte Bremsen mit einem Finger waren für mich keine Herausforderung.
Interessant wurde es dann aber kurze Zeit später doch. Bei den Themen ``Anfahren/Anhalten in gemäßigten Gelände´´ und besonders bei ``Anfahren/Anhalten in steilem Gelände´´ konnte mir Philipp wertvolle Kniffe und Tricks zeigen. Der erste ``AHA-Effekt´´ stellte sich nun auch bei mir ein. Auch das ich Rampen, die ich zuvor im Wiegetritt und durchdrehendem Hinterrad bezwungen habe, viel besser mit einem gut verlagerten Schwerpunkt und im Sattel sitzend hochfahren kann, habe ich gelernt.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Philipp die Teilnehmer nach der Tour zu einer Abschlussbeschprechung zusammenrief und um ein Feedback bat. Positive Bemerkungen nahm er sichtlich erfreut, konstruktiv gestaltete Kritik sehr einsichtig und offensichtlich nicht weniger dankbar zur Kenntnis. Dieses Verhalten unterstrich den während der Tour gewonnenen Eindruck, dass Philipp seinen Job sehr ernst nimmt und ihn sehr gewissenhaft durchführt.
Zahlreiche und wirklich sehenswerte Fotos von Helmut und Michael findet Ihr hier.
Donnerstag, 16. September 2010
Bargteheider Radsportler wurde nominiert zum Jedermann des Jahres

Jan ist ein kilometerfressender Tausendsassa, der neben dem Rennrad auch das MTB wahrlich zu bewegen weiß. So fuhr er u.a. den Jakobsweg, einen Super-Brevet über mehr als 1500 KM, den P-Weg Marathon, einen Alpen X und das Rennen in Bad Salzdetfurth. Um nur einige zu nennen. Bei den 24 h von Duisburg konnte ich mich dann selbst von seinem Tempo und seinem Durchhaltevermögen überzeugen.
Doch neben seinen sportlichen Erfolgen zeichnen
Jan ``Janibal´´ Leutz insbesondere seine lockere Art und sein stetiger und stets etwas schräger Humor aus.
Neben Familie, Job und Training engagiert er sich in der Jugendarbeit. So unterstützt er z.B. die AWO bei der Organisation und Durchführung einer alljährlichen Laufveranstaltung in Bargteheide.
Ganz nebenbei bereichert er zudem das Forum von HFS mit zahlreichen Berichten und wirklich brillianten Fotos.
Janibal ist nun einer von 12 nominierten Kandidaten, die auf den Titel "Jedermann des Jahres 2010" hoffen dürfen.
Ich freu mich für meinen Kumpel Jan über seine Nominierung und drücke ihm die Daumen. Und wer mag, der kann gerne für den Sohn unserer Stad abstimmen.
Abstimmung hier!
_________________
Sonntag, 12. September 2010
Geocaching in und um Tremsbüttel
``Geocaching - Eine moderne Schnitzeljagd mit dem Fahrrad´´ , so stand es auf einem Zettel in der Sattenfelder Bushaltestelle geschrieben. Der VFL Tremsbüttel lud am Sonntag dazu ein. Darüber, ob es sich nun um einen gemütlichen Familienausflug oder eher um eine sportlich ambitionierte Tour, vielleicht gar um einen Wettkampf handeln würde, ließ man den Leser dieses Aushangs im Unklaren. Der Internetauftritt des VFL erwähnte diese Radveranstaltung gar nicht. Daher googelte ich unter dem Begriff Geocaching und erhielt zahlreiche informative Treffer.
Z.B. diesen hier: Link
Nach meinen Erfahrungen bei einigen MTBO´s wollte ich gern neue Eindrücke gewinnen. Das die Veranstaltung quasi vor meiner Haustür stattfinden würde und mich das Thema GPS schon länger interessiert, machte die Entscheidung noch leichter.
Familienausflug oder sportlicher Wettkampf - was da auch kommen möge, ich bin dabei!
Kurz vor elf Uhr fand ich mich also rechtzeitig vor dem Gemeindezentrum Tremsbüttel ein. Dort wartete der 16 jährige Niko mit einem Radlerpärchen mittleren Alters.
Erst recht spät trafen weitere Fahrer ein. Vom Teenager bis zum Ü 40 ´er war das Feld bunt gemischt. Ich kam mir ein wenig Overdressed vor. Lycra und Fully vs. Jeans und Stadtrad. Klickpedal und Trinkrucksack standen Lenkerkorb und Satteltasche gegenüber. Wohl doch eher Familienausflug. Was solls. Zum Reinschnuppern in die GPS Technik vielleicht gar nicht schlecht.
Neben einem ``Laufzettel´´ mit den verschiedenen Koordinaten der Verstecke bekamen wir eine kurze Einweisung in die gestellten Garmin Geräte. Sechs Stück hatte die Jugendabteilung des VFL sich ausleihen können. Somit wäre theoretisch auch die Bildung von sechs Gruppen möglich gewesen. Da sich unter den etwa 14 Teilnehmer drei befanden, die bereits Erfahrungen mit dem Cachen gemacht hatten, bildeten wir kurzerhand eben nur drei Gruppen. Ich wurde dem Radlerpärchen mittleren Alters zugeteilt. Hinzu kam Nico, der bereits ein wenig Erfahrung im Cachen gesammelt hat.
Das Eingeben der Koordinaten war ein Kinderspiel. Das gelingt auch technisch weniger begabten wie mir, recht schnell. Wenn mal erstmal den Bogen raushat, bedient sich so ein GPS Gerät recht intuitiv. Wobei wir heute logischerweise auch nicht alle Funktionen der Geräte nutzten.
Nach vielem Erklären und ein wenig Rumgeschnacke konnte es dann auch bald losgehen. In doch mehr als gemächlichem Tempo schlichen wir auf den Straße Tremsbüttels dahin. Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich zuletzt in flachem Terrain so langsam unterwegs war. Familienausflug eben!
Der erste Cach auf unserem Laufzettel war ein Multicach, bei dem man das eigentliche Ziel nur findet, wenn man zuvor andere Punkte gefunden und erreicht hat. Hinzu kam, dass wir auch noch ein Rätsel zu lösen hatten. Das war für uns Newbies dann doch ein wenig viel. Wir erreichten zwar das erste Zwischenziel, konnten aber das Rätsel nicht lösen.
Wir entschieden uns dafür es mit dem zweiten Cach zu versuchen und setzten unseren Weg fort. Das Ziel fanden wir recht schnell. Dort trafen wir auf die zweite Gruppe. Gemeinsam wurde nun gesucht, gefunden haben wir das Versteck jedoch nicht. Bei den Fahrern stellte sich nun so langsam Frust ein.
Ein Abgleich der Laufzettel ergab, dass beide Gruppen, wenn auch in unterschiedlicher Reihenfolge, die selben Caches zu finden hatten. Daher wurde spontan beschlossen die weitere Fahrt gemeinsam fortzusetzen.
Am dritten Cache wurden wir dann auch fündig. Endlich mal ein Treffer. Die Stimmung stieg wieder und die Leute waren nun im Cachefieber. Fortan wurde fleißig navigiert, gesucht und gerätselt. Und das mit Erfolg. Alle weiteren Caches fanden wir dann doch recht schnell.
Weniger schnell war unser Tempo. Das Geschleiche ging mir dann doch irgendwann auf die Nerven. 10 - 12 Km/h auf holsteinischem Asphalt sind einfach, selbst für eine solche Veranstaltung, zu wenig. Zumal die Entfernungen zwischen den Caches stets nur 2 bis maximal 4 Km betrug. Da kann man dann auch mal zügig von A nach B radeln, ohne jemanden zu überfordern. Aber ok. Man nimmt halt Rücksicht auf den Langsamsten.
Zum Schluss trafen sich alle noch zum Klönschnack und Adressenaustausch vorm Tremsbüttler Schloß. Hier hätte man jetzt gerne noch den Grill aufbauen und den durchaus als gelungen zu bezeichnenden Tag ausklingen lassen können.
Fazit:
Es war eine nette kleine Veranstaltung, zu der auch die sympatischen Fahrer/innen ihren Teil beitrugen, die eigentlich ein paar Teilnehmer mehr verdient gehabt hätte.
Ein wenig straffer organisiert, etwas ambitionierter ausgelegt und im www im Vorwege angekündigt hätte sie allerdings sein dürfen. Für eine, von nur wenigen Leuten initiiert und erstmals durchgeführten Aktion ist sie jedoch äußerst lobenswert zu erwähnen. Zudem macht Geocaching unwahrscheinlich Laune. Daran könnte ich Gefallen finden. Für ein eigenes GPS Gerät fehlt derzeit allerdings das nötige Kleingeld. So bleibt zu hoffen, dass der VFL Tremsbüttel wieder zur Schnitzeljagd mit dem Rad aufrufen wird. Gerne werde ich den Ausrichtern bei der Planung und Durchführung hilfreich zur Seite stehen.
Z.B. diesen hier: Link
Nach meinen Erfahrungen bei einigen MTBO´s wollte ich gern neue Eindrücke gewinnen. Das die Veranstaltung quasi vor meiner Haustür stattfinden würde und mich das Thema GPS schon länger interessiert, machte die Entscheidung noch leichter.
Familienausflug oder sportlicher Wettkampf - was da auch kommen möge, ich bin dabei!
Kurz vor elf Uhr fand ich mich also rechtzeitig vor dem Gemeindezentrum Tremsbüttel ein. Dort wartete der 16 jährige Niko mit einem Radlerpärchen mittleren Alters.
Erst recht spät trafen weitere Fahrer ein. Vom Teenager bis zum Ü 40 ´er war das Feld bunt gemischt. Ich kam mir ein wenig Overdressed vor. Lycra und Fully vs. Jeans und Stadtrad. Klickpedal und Trinkrucksack standen Lenkerkorb und Satteltasche gegenüber. Wohl doch eher Familienausflug. Was solls. Zum Reinschnuppern in die GPS Technik vielleicht gar nicht schlecht.
Neben einem ``Laufzettel´´ mit den verschiedenen Koordinaten der Verstecke bekamen wir eine kurze Einweisung in die gestellten Garmin Geräte. Sechs Stück hatte die Jugendabteilung des VFL sich ausleihen können. Somit wäre theoretisch auch die Bildung von sechs Gruppen möglich gewesen. Da sich unter den etwa 14 Teilnehmer drei befanden, die bereits Erfahrungen mit dem Cachen gemacht hatten, bildeten wir kurzerhand eben nur drei Gruppen. Ich wurde dem Radlerpärchen mittleren Alters zugeteilt. Hinzu kam Nico, der bereits ein wenig Erfahrung im Cachen gesammelt hat.
Das Eingeben der Koordinaten war ein Kinderspiel. Das gelingt auch technisch weniger begabten wie mir, recht schnell. Wenn mal erstmal den Bogen raushat, bedient sich so ein GPS Gerät recht intuitiv. Wobei wir heute logischerweise auch nicht alle Funktionen der Geräte nutzten.
Nach vielem Erklären und ein wenig Rumgeschnacke konnte es dann auch bald losgehen. In doch mehr als gemächlichem Tempo schlichen wir auf den Straße Tremsbüttels dahin. Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich zuletzt in flachem Terrain so langsam unterwegs war. Familienausflug eben!
Der erste Cach auf unserem Laufzettel war ein Multicach, bei dem man das eigentliche Ziel nur findet, wenn man zuvor andere Punkte gefunden und erreicht hat. Hinzu kam, dass wir auch noch ein Rätsel zu lösen hatten. Das war für uns Newbies dann doch ein wenig viel. Wir erreichten zwar das erste Zwischenziel, konnten aber das Rätsel nicht lösen.
Wir entschieden uns dafür es mit dem zweiten Cach zu versuchen und setzten unseren Weg fort. Das Ziel fanden wir recht schnell. Dort trafen wir auf die zweite Gruppe. Gemeinsam wurde nun gesucht, gefunden haben wir das Versteck jedoch nicht. Bei den Fahrern stellte sich nun so langsam Frust ein.
Ein Abgleich der Laufzettel ergab, dass beide Gruppen, wenn auch in unterschiedlicher Reihenfolge, die selben Caches zu finden hatten. Daher wurde spontan beschlossen die weitere Fahrt gemeinsam fortzusetzen.
Am dritten Cache wurden wir dann auch fündig. Endlich mal ein Treffer. Die Stimmung stieg wieder und die Leute waren nun im Cachefieber. Fortan wurde fleißig navigiert, gesucht und gerätselt. Und das mit Erfolg. Alle weiteren Caches fanden wir dann doch recht schnell.
Weniger schnell war unser Tempo. Das Geschleiche ging mir dann doch irgendwann auf die Nerven. 10 - 12 Km/h auf holsteinischem Asphalt sind einfach, selbst für eine solche Veranstaltung, zu wenig. Zumal die Entfernungen zwischen den Caches stets nur 2 bis maximal 4 Km betrug. Da kann man dann auch mal zügig von A nach B radeln, ohne jemanden zu überfordern. Aber ok. Man nimmt halt Rücksicht auf den Langsamsten.
Zum Schluss trafen sich alle noch zum Klönschnack und Adressenaustausch vorm Tremsbüttler Schloß. Hier hätte man jetzt gerne noch den Grill aufbauen und den durchaus als gelungen zu bezeichnenden Tag ausklingen lassen können.
Fazit:
Es war eine nette kleine Veranstaltung, zu der auch die sympatischen Fahrer/innen ihren Teil beitrugen, die eigentlich ein paar Teilnehmer mehr verdient gehabt hätte.
Ein wenig straffer organisiert, etwas ambitionierter ausgelegt und im www im Vorwege angekündigt hätte sie allerdings sein dürfen. Für eine, von nur wenigen Leuten initiiert und erstmals durchgeführten Aktion ist sie jedoch äußerst lobenswert zu erwähnen. Zudem macht Geocaching unwahrscheinlich Laune. Daran könnte ich Gefallen finden. Für ein eigenes GPS Gerät fehlt derzeit allerdings das nötige Kleingeld. So bleibt zu hoffen, dass der VFL Tremsbüttel wieder zur Schnitzeljagd mit dem Rad aufrufen wird. Gerne werde ich den Ausrichtern bei der Planung und Durchführung hilfreich zur Seite stehen.
Donnerstag, 19. August 2010
Ochsenweg und Grenzroute
...oder mein Kampf mit den Urgewalten.
Regen drückt die Stimmung, sagt man. Er macht melancholisch und schwermütig. Und während ich das schreibe, prasselt er schon wieder gegen das Veluxfenster. Keine Spur von Schwermut. Das Prasseln hat irgendwie etwas Beruhigendes an sich. Eingemummelt in meine Wolldecke sitze ich kuschelig warm und gemütlich vorm Rechner und fühle mich sauwohl.
Das war heute morgen noch ganz anders. Was als lockerer Radurlaub begann, endete in einer Aktion, die mich an die Grenze meiner Belastbarkeit bringen sollte.
Schon seit geraumer Zeit spielte ich mit dem Gedanken meinen Urlaub auf dem Rad zu verbringen. Dieses Jahr war es nun tatsächlich soweit.
Bei der Planung galt es einige Kriterien zu berücksichtigen.
1. Da es mein erster Radurlaub werden würde, wollte ich nicht allzuweit entfernt unterwegs sein, um im Zweifelsfalle Hilfestellung aus der Heimat in Anspruch nehmen zu können.
2. Das Ganze sollte im überschaubaren finanziellen Rahmen ablaufen.
3. Da ich keine Vorstellung davon hatte, welche Km-Leistung pro Tag für mich untrainierten Radler möglich sein würden, wollte ich keine Unterkünfte im Vorraus buchen müssen.
Die Berichte der Grenzsteintrophy
http://www.grenzsteintrophy.de/
inspirierten mich, dass ganze Unternehmen ebenfalls als eine Art Selbstversorgerfahrt zu unternehmen. Eine gewisse Spur Abenteuer sollte schließlich auch dabei sein. Allerdings scheute ich den finanziell großen Aufwand ein GPS zu kaufen. Karte und Kompass sollten den Weg weisen.
Auf der Suche nach geeigneten Strecken, stieß ich im Internet auf Berichte über den geschichtsträchtigen Ochsenweg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ochsenweg
Dieser führt von Hamburg Wedel bis nach Viborg in Dänemark. Weitere Recherche förderte Berichte über die Grenzroute
http://www.grenzroute.com/SEEEMS/4556.asp
von Flensburg nach Hojer zu Tage.Perfekt! Die Wege laufen ab Flensburg fast parallel und trennen sich bei Krusa, lassen sich also wunderbar kombinieren.
Die Planung der Route stand somit fest. Einstieg in den Ochsenweg ab Lentförden. Übergang in die Grenzroute bei Krusa. Grenzroute bis Hojer.
Den Rückweg wollte ich mit der Bahn bewältigen. Wenn ich noch Zeit, Kraft und Lust hätte böte es sich an, einen Teil anhand des Nordseeküstenradweges bewältigen.
Da ich meine eigene Leistungsfähigkeit bei einer mehrtägigen Tour und mit vollem Gepäck schlecht einschätzen konnte, ging ich von ca. 70 Km Fahrleistung aus. Das ist die Distanz, die ich auch bei meinen Tagestouren gut bewältigen kann. Auch ließ auch die Möglichkeit eines Ruhetages wegen wunden Hinterns o.Ä. nicht außer Acht. 10 Tage hatte ich maximal Zeit. Das sollte reichen. Bezüglich der Unterkünfte wollte ich schlichtweg improvisieren. In der Nähe von Radwanderwegen sollte eigentlich immer eine Pension, Jugendherberge oder Zeltplatz zu finden sein.
Als Transportmittel diente mir mein MTB. Ein Bergamont Evolve 7.0. Modifiziert mit einem Gepäckträger und Taschen für die Sattelstütze und einer Lenkertasche. Zusätzlich fand in meinem Rucksack ein Teil der Ausrüstung Platz. Dennoch blieb der Gesamtumfang der Ausrüstung aufgrund Platzmangels und Gewichtsoptimierung auf minimalistischem Niveau.
Sonntag. 15.08.2010
Tag 1. 120 Km
Gegen 13.30 Uhr erreiche ich per PKW den Einstiegspunkt der Tour in Lentförden. Nachdem ich mich von meiner Frau verabschiedet habe, starte ich in mein Abenteuer. Der Ochsenweg ist ausgeschildert und so fällt es mir die ersten Kilometer leicht auf Kurs zu bleiben. Das Zusatzgewicht am Rad ist ungewohnt, das Fahren damit erlerne ich aber schnell. Leider sind alsbald sämtliche Schilder mit Graffiti verschmiert. Ich verfahre mich daher und muss den ersten Umweg von ca. 10 Km in Kauf nehmen. Erst in Bad Bramstedt finde ich auf den Ochsenweg zurück. Bis Neumünster brauche ich meine Karte dann nicht mehr. Der Weg ist hier ausreichend beschildert. Das ändert sich schlagartig. In Neumünster existieren keine Schilder mehr. So fahre ich auf dem direkten Weg durch die Stadt und orientiere mich anhand der Ausschilderung zum Tierpark, der laut Karte direkt am Ochsenweg liegt.
Der Tierpark ist schnell erreicht und auch meine Trasse bald wieder gefunden. Es läuft soweit ganz gut. Allerdings beginnt mein Tretlager zu knacken.
Über Nortorf, dort verfahre ich mich erneut und lasse auf der Suche nach meiner eigentlichen Route den Schlenker über Bokel aus, erreiche ich Jevenstedt.
Dort esse ich einen Döner, dessen Qualität deutlich unter den Erwartungen zurückbleibt. Der Hunger treibt es rein, der Geiz behält es drinnen. An der nahe liegenden Tankstelle leiht man mir einen Inbusschlüssel um meine Tretkurbel nachziehen zu können. Ich fülle meinen Flüssigkeitsvorrat auf und setze meinen Weg fort.
Es ist etwas 18.00 Uhr. In Jevenstedt werden die Bürgersteige hochgeklappt. Im Schäbig aussehenden Gasthof möchte ich nicht absteigen und will weiterfahren. Zudem liegt Rendsburg nicht mehr weit entfernt. Als Tagesziel setze ich mir also den Nord-Ostsee-Kanal.
Der Magen ist gefüllt aber die Beine fühlen sich nicht gut an. Ich stelle fest, dass die ersten 30 Kilometer unangenehm für den Körper sind. Die weiteren 40 laufen gut. Bei Kilometer 70 mögen die Beine aber nicht mehr.
Ich erreiche Rendsburg ohne größere Probleme. Auf dem Weg dorthin, knackt das Tretlager weiterhin im Takt meiner Trittfrequenz. Offenbart ist das Innenlager defekt. Ich hoffe, dass es die Tour noch durchhalten wird. Ein wenig einsam fühle ich mich schon. Es ist ungewohnt, so lange Zeit ohne Gesprächspartner zu sein.
Mir wird mit Einbruch der Dämmerung am Kanal stehend klar, dass ich mich zügigst um eine Unterkunft kümmern muss. Denn Licht fürs Rad habe ich nicht dabei. Ich frage einige Spaziergänger, doch alle in der Nähe liegenden Unterkünfte liegen preislich über dem, was ich für ein Bett und eine Dusche bereit bin auszugeben. Ich beschließe mein Zelt außerhalb Rendsburgs auf irgendeiner Koppel aufzuschlagen. Solange ich meinen Müll mitnehme und alles ordentlich verlasse, wird wohl kein Landwirt damit ein Problem haben.
Die Dunkelheit kommt viel schneller als erwartet. Als ich in Fockbek ankomme, ist es bereits stockdunkel. Meine Taschenlampe ersetzt notdürftig das Bikelicht. Sie leuchtet den Weg aber nur sehr wenig aus. Ich komme so nur sehr langsam voran. Ob es an der eingeschränkten Sicht liegt, oder ob wieder schlecht ausgeschildert ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls verfranse ich mich in Fockbek total. Zu allem Überfluss beginnt es zu regnen. Ich folge, da ich den Ochsenweg ohnehin nicht finden kann, der nächstbesten Straße Richtung Norden und erreiche das Dorf Lohe gerade in dem Moment, als ein heftiges Gewitter losbricht.
Ich suche Schutz unter dem Vordach des nächstbesten Hauses und stehe vor der Tür einer Gastwirtschaft, die auch Fremdenzimmer anbietet. Allerdings verrät mir ein Schild mit den Öffnungszeiten, das nur donnerstags geöffnet ist. Ein großes Fragezeichen macht sich in meinen Gesichtszügen breit. Welche Logik sich hinter dieser Geschäftsmethode verbirgt kann ich nicht ergründen. Es ist bereits 23 Uhr. Es brennt drinnen aber noch Licht. Ich klopfe mehrfach an die Tür. Man wird doch einen Radwanderer trotz der Uhrzeit bei dem Wetter nicht abweisen wollen? Nein, das tut man in Lohe nicht. In Lohe öffnet man die Tür einfach nicht. Stattdessen wird das Licht ausgeschaltet. ``Scheiße, in was für ein Kaff bin ich denn hier geraten? ´´, denke ich innerlich. ``Nicht, dass hier in 10 Minuten noch die Polizei vorfährt! Ich hau lieber ab!´´ Ich werfe meine Zigarette in den Rindstein, meine Regenklamotten über und meinen nach 120 Kilometern doch arg geschundenen Körper wieder aufs Rad, fahre aber nur eine Straße weiter.
Das Gewitter tobt direkt über mir. Vom Blitz erschlagen werden möchte ich nicht und suche in einer überdachten Bushaltestelle erneut Schutz. Es wird kalt, denn der Wind nimmt zu. Also klettere ich in den Schlafsack und verbringe die recht kurze Nacht sitzend zusammengekauert in dieser Bretterbude. Bis um 02.00 Uhr hält mich der prasselnde Starkregen, das Blitzen und Donnern wach, um 05.30 Uhr weckt mich der erste vorbeifahrende Sattelschlepper. Ich packe meinen Kram zusammen, putze mir die Zähne und werfe einen Blick in die Karte. Erstmal muss ich nun feststellen, wo denn dieses merkwürdige Dorf liegt. Zu meinem Erstaunen hab ich mich gar nicht so arg verfranst, wie angenommen.
``Jetzt ´nen Kaffee´´, das wäre geil!´´ Inzwischen spreche ich wohl schon mit mir selbst. Denn ein ``Kein Problem´´, schallt mir von der Seite entgegen. Ich drehe mich um und sehe einen jungen Typen.
Montag 16.08.2010
Tag 2. 80 (+20 ?) Km
Der Typ ist der Besitzer des Kiosks, den ich im Dunkeln überhaupt nicht gesehen habe, und gerade mit dem Aufschließen selbigen beschäftigt ist. Für den großen Becher Kaffee zahle ich einen Euro. Zigarette und Klönschnack inklusive. Der Kioskbesitzer ist Martin. Ein saunetter Typ, der ganz entrüstet ist, dass ich nicht nachts an seiner Tür geklingelt und um Unterkunft gebeten habe. Wir sitzen bei Nieselregen vorm Laden und schlürfen Kaffee. Und dann beginnt er zu erzählen. Das er den Laden erst seit Mai diesen Jahres eröffnet hat um u.a. auch Radwanderer zu versorgen. Als Zusatzverdienst für sich und seine an den Rollstuhl gefesselte Frau. Das er auch aus Hamburg kommt und wegen der Liebe nach Lohe zog. Das er das angrenzende Haus derzeit umbaut, um ein zweites Fremdenzimmer zu schaffen. Das bestehende kostet pro Nacht und Nase nur zwölf Euro, beherbergt aber nur zwei Gäste. Das sei zuwenig. Auch die Dorfbewohner kaufen bei ihm. Es ist halb sieben, als der erste Dörfler sich zu uns setzt und (Achtung!) einen Korn-Cola bestellt. Auch er ist erstaunt, als er hört, wo ich übernachtet habe. Ich hätte, auch nachts, überall im Dorf klingeln können. Jeder sei hier hilfsbereit. Nur den Gasthof am Dorfeingang solle ich meiden. Die Leute seien etwas seltsam.
Mein Kaffeebecher wird erneut gefüllt. Diesmal gratis. Bis um acht sitzen wir beisammen, dann breche ich auf.
Über Kropp geht es nach Dannewerk. Das Museum dort hat noch geschlossen. Schade. Die alte Wallanlage schaue ich mir dennoch an. Ist es doch, nach der Schwebefähre in Rendsburg, von der ich im Dunkeln nichts zu sehen bekam, eines der wenigen Highlights des Ochsenweges. Ansonsten führte der Weg bis hierher lediglich über Feldwege wie wir sie in ganz Schleswig Holstein finden können. Ich hatte mir am Wegesrande hin und wieder mal eine Tafel mit Erklärungen zu Region und Geschichte des Weges vorgestellt und gewünscht.
Ich habe spontan die Westroute gewählt. Mein Innenlager knarrt verdächtig. Zu allem Überfluss habe ich kurz nach meinem Aufbruch den Magneten meines Tachos verloren und fahre wohl gute 20 Km ohne Aufzeichnung. Ich frage einen Rad fahrenden Rentner, ob er einen Radladen wüsste, bei dem ich das Ersatzteil kaufen kann. ``Komm mal mit, mein Jung´´. Ich folge ihm wenige Meter in seine Garage. Er wühlt in einer Kiste und legt vier Magneten auf die Werkbank. ``Such Dir einen passenden aus´´. Geld will er von mir nicht annehmen. Das sei auf dem Dörben so, dass man sich hilft. Von wegen kühle, unfreundliche Norddeutsche. Das ist schon das zweite Mal an diesem Tag, dass ich eines besseren belehrt werde.
Ich erreiche Schuby, dann Süderschmeddeby, ohne weitere Vorkommnisse. In der Nähe ist ein Campingplatz, doch ich mag noch weiterradeln und setze meinen Weg fort. Hier wird der Ochsenweg nun auch mal abwechslungsreicher. Er führt durch Waldgebiet und auf teils, zumindest mit Gepäck, anspruchsvoll zu fahrenden Sandwegen und kleinen Pfaden.
Über Oeversee erreiche ich dann Jarplund. Dort suche ich Schutz vor dem Regen, der mich seit Oeversee begleitet, unter dem Vordach des Supermarktes. Zwei schwedische Radwanderer haben dieselbe Idee. Ein wenig neidisch gucke ich auf deren recht hochwertigen Tourenräder und die dazugehörigen Gepäcktaschen. Sie müssen sich nicht mit einem an den Schultern Scheuerstellen verursachenden Rucksack abärgern. Leider sprechen sie kein deutsch, ich kein schwedisch. So bleibt es bei einem Zunicken und freundlichem Lächeln.
Auch Jarplund hat einen Campingplatz. Der ist mit neun Euro auch recht günstig, wirkt aber auch recht einfach. Würde mir aber langen. Allerdings hat die Rezeption noch zwei Stunden Mittagspause und offen gestanden scheue ich mich vor dem Gedanken, das Zelt im Regen aufzubauen. Andererseits bestünde hier die Möglichkeit, endlich mal zu duschen. Ein wenig streng rieche ich nun inzwischen ja doch.
Ich überlege eine ganze Weile. Meine Beine fühlen sich, bis auf leichte Knieschmerzen, recht gut an. Der Regen ist auch mäßig und ich empfinde ihn noch nicht als störend beim Fahren.
Ich entscheide mich für die Weiterfahrt nach Flensburg. Ich bin mir sicher, dass auch dort eine Unterkunft aufzutreiben ist. Auf dem Weg nach Flensburg beginnt die Welt unterzugehen. Es blitzt und donnert. Der Regen fällt so dicht und mit solcher Wucht, dass es schmerzt, wenn er auf die Haut trifft. Ich bin durch bis auf die Haut, bis ich Flensburg erreiche und mich bei einem Baumarkt unterstellen kann.
Jetzt ist eh alles egal. Für den inneren Schweinehund und für die eigene Motivation beschließe ich heute in jedem Falle noch die Landesgrenze zu passieren.
In Flensburgs Innenstadt fehlen wieder jegliche Schilder für Radwanderer. Ich fahre einen leichten westlichen Schlenker quer durch die Stadt zum Hafen. Flensburg ist recht wellig. Das hatte ich in der Form nicht vermutet. Der Hafen ist wohl der tiefstgelegene Punkt der Stadt. Alles Wasser, dass die Gullis nicht aufnehmen können, läuft dorthin. Die Abfahrt (auf der Toosbuystraße?)zum Hafen ist recht steil. Ich lasse den Bock laufen und nagel, dank Zuladung, mit fast 55 Km/h zum Hafen runter. Beinahe wäre ich über einen offenen Kanalschacht gestürzt, dessen Deckel von den Wassermassen mitgerissen wurde. Vom Hafenkai ist wenig zu sehen. Ich habe das Gefühl bereits im Hafenbecken zu stehen.
Der Regen macht grad eine Pause und gibt mir die Möglichkeit endlich mal ein Foto von diesem Schauspiel zu schießen. Danach setze ich meinen Weg fort. Laut Internetbeschreibung laufen Grenzroute und Ochsenweg ab Flensburgs Hafen auf gleicher Trasse. Dennoch finde kein einziges Schild, das mich auf richtigen Kurs bringt. Also Karte und Kompass gezückt und den direkten Weg gewählt. Erst ab Kupfermühle finde ich den Ochsenweg wieder und folge ihm nach Krusa. Dort angekommen verputze ich den obligatorischen Hotdog. Für Softeis ist es mir deutlich zu kalt, denn die Klamotten sind nass. Trotz Regenhose und – Jacke, sowie Überschuhen, trage ich keinen einzigen trockenen Faden am Leib. Auf Zelten hab ich nun gar keinen Bock mehr. Ich hätte gern ein festes Dach über dem Kopf und eine Möglichkeit die Klamotten zu trocknen. So fahre ich nach Bov zur Danhostel Jugendherberge, die auf mich mehr den Eindruck eines Motels macht. Dort treffe ich einen Motorradfahrer, der vor dem ausgehängten Preisschild steht. Er sieht mich an, tippt sich mit dem Zeigefinger an den Helm und fährt davon, während ich noch damit beschäftigt bin von Kronen in Euro umzurechen. 60 € für eine Nacht im Mehrbettzimmer sind auch mir zu teuer. Also geht es zurück nach Krusa zum Campingplatz. Dann eben doch zelten. Die Wolkendecke reißt ohnehin grad auf und einen Trockenraum hat ein Campingplatz hoffentlich auch.
Etwas schräg werde ich schon angeguckt, als ich die Rezeption betrete. Radwanderer scheinen hier nicht sehr beliebt. Denn als ich erzähle, dass ich nur eine Nacht bleiben möchte, spricht das Gesicht der Dänin mir gegenüber wahre Bände. 13 € kostet der Zeltplatz, 3 weitere werden für die Duschkarte fällig. Dann werde ich nach meinem Campingpass gefragt, ohne den in Dänemark gar nichts geht. Ich wusste, dass die Frage kommen würde und stelle mich auf doof.
``Campingpass? Brauch ich so was?´´
``Ohne geht nicht.´´ sagt sie!
``Oh, was kostet denn der?´´ frage ich.
``in Euro!´´, werfe ich nach
Sie hat keinen Bock zu rechnen, das sehe ich ihr an.
``Nur eine Nacht?´´, fragt sie.
``Ja, dann fahr ich nach Flensburg´´, lüge ich sie an.
Ihrer Handbewegung entnehme ich, dass sie keinen Bock hat, extra wegen mir, diesen Pass auszustellen, an dem sie eh nichts verdient, da sie den Betrag dafür ohnehin an den dänischen Dachverband weiterleiten muss.
Als ich den Platz betrete, fällt mir sofort ins Auge, dass dieser Platz sehr modern und gepflegt ist. Allerdings ist er offenbar hauptsächlich auf Wohnmobile eingestellt. Der Platz für die Zelte ist recht klein und sehr abschüssig. Ich stelle mein Zelt, da ohnehin kaum Betrieb auf dem Platz herrscht, etwas weiter vorne hin. Die Stelle erscheint ideal. Ich kann das Rad an einen Zaun schließen, während ich endlich duschen gehe. Danach werden die nassen Klamotten gewaschen und über den Zaun zum Trocknen gehängt. Einen Trockenraum hat der Platz nämlich leider nicht. Dafür scheint nun die Sonne und es wird sogar richtig warm.
Nach dem Abendbrot, dass aus einer Tüte Fertignudeln mit Soße ( 2 Stück bilden meine Notration) besteht, wasche ich meinen Pickpot ab, lade meinen Handyakku und komme mit einer Dänin ins Gespräch.Vielmehr spricht sie mich an. Ich spreche kein dänisch, sie nur wenig deutsch, dafür kein englisch. Aber es geht schon. Nur dass sie mich für einen Holländer hält, dieses Missverständnis kann ich nicht bereinigen. Und so erzählt sie aufgeregt ihrem Mann von dem verrückten Holländer, der mit dem Rad von Hamburg nach Dänemark fährt.
Um 20 Uhr fängt es wieder an zu regnen. Meine Klamotten sind in den vier Stunden, die ich jetzt auf dem Campingplatz bin, noch nicht ansatzweise trocken. Ich nehme sie vom Zaun und hänge sie unter ein großes Tarp, das eigentlich als Überdach für Sitzgelegenheiten dienen soll und lege mich ins Zelt. Etwas zu lesen wäre toll, doch der platzeigene Supermarkt hat keine deutschsprachigen Medien, dafür aber gesalzene Chips (3 €/Tüte), die ich fast am Stück auffuttere um meinen Salzhaushalt wieder aufzufrischen, während ich das Radio einschalte und mich freue, meinen Lieblingssender empfangen zu können.
Dienstag 17.08.2010
3. Tag 180 Km
Ich wache auf, als mir das Wasser auf die Stirn tropft. Zunächst halte ich es für Kondenswasser, stelle dann aber fest, dass ich in eine Pfütze liege. Es hat in der Nacht so stark geregnet, dass die Imprägnierung des Zeltes nachgibt. Zumindest ist der Himmel jetzt klar und es verspricht besseres Wetter zu werden. So packe ich meine sieben Sachen zusammen und setze meine Reise gegen 10 Uhr fort.
Den Schlenker über Flensburg und Ellund schenke ich mir. Stattdessen fahre ich direkt nach Padborg, um von dort der Grenzroute zu folgen. Bereits nach wenigen Kilometern wird klar, dass die Dänen es weit besser verstehen einen Radweg zu beschildern. Meine Laune wird besser, ebenso das Wetter. In Froslev erwartet mich das Museum für dänische Heimat- und Katastrophenschutzgeschichte. Untergebracht ist es in einem restaurierten KZ der Nazis aus der Besatzungszeit. In den ehemaligen Unterkunftsbaracken finden nun die einzelnen Epochen ihren Platz. Der Eintritt zu den meisten Baracken ist gratis und ich nehme mir gerne die Zeit, ein wenig zu verweilen und zu stöbern. Zahlreiche Schulklassen kommen mir auf Rädern entgegen, als ich meinen Weg schließlich fortsetze.
Die Grenzroute schlängelt sich über die Orte Farhus und Medelby nach Wesby. Da ich noch kein Frühstück hatte, kehre ich in Wesby in einen Tante-Emma-Laden ein und frage nach einem Kaffee. Erst beim Bezahlen fällt mir ein, dass ich gestern am Campingplatz meinen letzten Euroschein angebrochen und als Wechselgeld Kronen zurückbekommen habe. So kratze ich die letzten Cents aus meinem Portemonnaie. Es reicht so grade eben.
Über Rens setze ich meinen Weg fort. Er führt mich über Ladelund, wo ich bei einer Bank noch mal ein paar Euros hole, weiter nach Westrefeld und Ellhöft. Von dort an verfahre ich mich komplett, da alle Schilder aufgrund Baumaßnahmen demontiert sind. Die auf der Karte gestrichelt dargestellten Wege sind unbefestigte Sandwege. Nur leider existieren diese zum Teil nicht mehr. Ein Bauer hat sie mit dem Frontlader beiseite geschoben um sein Maisfeld ein wenig zu vergrößern. Die Grenzstraße ist zur Weiterfahrt nach Süderlügum ebenfalls nicht nutzbar, da hier wie gesagt derzeit gebaut wird. Auch den Kompass kann ich in dieser Region nicht nutzen. Er zeigt in die Irre. Ein seltsames Phänomen kann ich beobachten. Obwohl ich stehe, lauft die Km und Km/h Anzeige im Tacho weiter. Es dauert eine Weile, bis ich verstanden habe woran es liegt. Es sind die zahlreichen Windräder, vielmehr deren Stromgeneratoren, die so starke elektronische Störungen verursachen, dass der Tacho weiterläuft und die Kompassnadel falsch anzeigt. Wohnen möchte ich in diesem Elktrosmog nicht. So fahre ich ein wenig planlos, bis ich einen Bauernhof erreiche, an dem mich ein Jagdhund stellt. Ich bitte Bauer und Bäuerin ihn abzurufen, denn er zeigt mir mit seinen Zähnen deutlich, dass er mich nicht weiterfahren lassen wird. ``Der tut nix´´, ruft sie. Wie ich diesen Standartspruch hasse!!! Nix gegen den Hund, der handelt instinktiv, aber Herrchen und Frauchen sollten die Bitte von Passanten schon beherzigen. Es soll ja auch Leute geben, die panische Angst vor Hunden haben. Ich gehöre nicht dazu, bewege mich aber dennoch nicht einen Millimeter weiter, bis die Beiden den Hund am Halsband beiseite nehmen. Ich nutze die Gelegenheit um nach dem Weg zu fragen und erzähle von dem untergewühlten Weg. Die Beiden gucken sich vielsagend an und grinsen. Die Frage, wem das Feld gehört ist somit beantwortet. Ich lasse mir den Weg erklären und stelle nach 10 Kilometern fest, dass er in einer Sackgasse endet. So eine Schweinebande. Ich nehme mir vor, die Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland, als Herausgeber der Karte und Pflegeverband der Grenzroute von dem untergepflügten Weg Bericht zu erstatten.
Bereits drei Stunden habe ich verloren und noch immer nicht nach Süderlügum gefunden. Da es jetzt auch wieder zu regnen beginnt, ist es mir egal, dass die Bauarbeiter meckern, als ich die aufgerissene Grenzstraße zur Weiterfahrt nutze.
In Süderlügum endlich angekommen, schwinge ich mich schnell in die Regenklamotten. Denn Trikot und Hose von gestern sind noch nicht trocken, einen weiteren Satz habe ich nicht mit. Ich muss also zusehen, das ich was ich am Leib trage trocken behalte. Ein paar warme Pommes mit Majo (günstige 1,60 €) erhellen meine Laune kurzfristig. Ein Blick in die Karte ebenfalls. Bis Hojer ist es nicht mehr weit. Wenn ich gut bin, kann ich heute noch dorthin fahren. Den Ort kenne ich aus vorangegangenen Urlauben. Bei Hojer weiß ich einen Campingplatz. Das Zelt wird wohl noch eine Nacht halten?
So fahre ich trotz Regen weiter. Leider nimmt der zu und abermals sintflutartige Ausmaße an. Die Regenjacke kapituliert als erste und das Wasser sickert langsam durch.
Ich erreiche Aventoft. Der Ort ist einer der zahlreichen kleinen Grenzübergänge auf der Route. Im Gegensatz zu den meisten ist es aber nicht einfach nur eine grüne Grenze mit verfallenem Wachhaus. Der Ort ist recht belebt. Sogar einen offenbar recht guten Radladen gibt es hier. Zumindest ist das Material im Schaufenster recht hochklassig. Ich nehme mir vor, mir den Laden mal anzusehen, will aber zuerst in den Grenzshop um ein paar Süßigkeiten zu kaufen. Denn im Grenzshop kann man wunderbar einkaufen. Dänische Produkte, hauptsächlich Naschwerk und Alkohol, zu Preisen, die uns auf den ersten Blick recht hoch erscheinen, den Dänen aber spottbillig vorkommen müssen. Und wo bekomme ich auf deutschem Boden ansonsten dänisches Naschwerk für einen Preis, der gut ein Drittel unter dem liegt, was ich in Dänemark dafür bezahlen müsste? Getränke bekommt man als deutscher Staatsbürger aber nicht. So ganz genau verstanden hab ich die Regelung nicht. Es hat irgendwas mit dem Dosenpfand zu tun. Zudem wird hier Kartonweise verkauft. Einzelne Dosen, damit gibt sich keiner ab. Nach meinem Einkauf hat der Radladen schon geschlossen.
Ich werfe noch mal einen Blick in die Karte. Die ist schon seit Flensburg völlig durchnässt und kaum noch zu lesen. Nun beginnt sie auseinander zu fallen. Soll ich wirklich nach Hojer fahren und campen? Oder lieber dort in der Wetterschutzhütte übernachten? Die würde wenigstens ein festes und dichtes Dach über dem Kopf versprechen. Denn jetzt am Abend noch eine Pension aufzutreiben, erscheint mir unmöglich. Egal wie ich es mache, für den nächsten Tag hätte ich keine trockenen Radklamotten mehr. Und für die nächsten Tage ist ebenfalls Regen vorhergesagt. Mein persönliches Minimalziel, nämlich Ochsenweg und Grenzroute gefahren zu sein, habe ich ja, wenn auch deutlich schneller als erwartet, bereits absolviert.
Auf weitere Regentage auf dem Rad habe ich schlicht keinen Bock Um nicht am nächsten Morgen in nasse Radklamotten schlüpfen zu müssen fasse ich den Entschluss, nach Niebüll zu fahren und dort den Zug nach Hause zu nehmen. Bis Niebüll sind es etwa 25 Kilometer. Dort angekommen rufe ich zu Hause an. Via Internet wird ermittelt, dass die Zugfahrt 70 € plus Fahrradmitnahme kosten soll. Erst ab Husum wird es günstiger ab Heide dann erschwinglich.
Planänderung: Über Husum will ich in der Nacht bis Heide fahren. Denn solange ich in Bewegung bleibe, stören mich die nassen Klamotten nicht. Und wenn ich auf der Straße fahre, reicht auch meine Taschenlampe als Beleuchtung aus. Auf die Idee von Husum diagonal nach Lohe zu fahren um bei Martin zu übernachten, komme ich nicht. Dabei könnte ich dort duschen, meine nassen Sachen trocknen und am nächsten Tag erholt den Heimweg angehen. Vermutlich hat der Regen, der mir seit mehr als zehn Stunden die ich auf dem Rad sitze auf den Helm trommelt, das Hirn völlig mürbe gemacht. So steht Heide als Ziel fest.
In Heide komme ich jedoch nie an. Aus den 40 Km bis Husum werden 60 km. Das liegt daran, dass ich zwar Straße fahre, aber die B 5 als direkten Weg als Radfahrer nicht nutzen kann. So bin ich gezwungen über die Dörfer zu tingeln. Die sind zum größten Teil beleuchtet, da komme ich einigermaßen voran. Die Verbindungsstraßen dazwischen sind es aber nicht. Hier verliere ich viel Zeit durch das langsamere Fahren. Zudem muss ich ständig in der Karte nachsehen. Ein Platten in Lindholm kostet zusätzlich reichlich Zeit. Doch ich gebe nicht auf. Will mir selbst beweisen, dass da noch was geht. Wenigstens Husum soll noch erreicht werden.
Meine Knie beginnen jetzt stärker zu schmerzen. Und ich muss echt kämpfen um weiter pedalieren zu können. Der Hintern ist ohnehin seit Flensburg wund. Nach einem Sturz im Dunkeln tut mir nun auch noch das Handgelenk weh. Es schifft seit Stunden wie aus Eimern und der Wind bläst mich beinahe vom Rad. Ich bin echt bedient und hab auf Radfahren keinen Bock mehr. Mein Körper signalisiert mir ganz eindeutig, dass ich mich heute übernommen habe. Neben den Schmerzen kommen Schwindel und Übelkeit, vermutlich Folge der Übermüdung und der Anstrengung, hinzu.
Als ich in Husum eintreffe ist es bereits 02.30 Uhr. An eine Zugfahrt ist heute nicht mehr zu denken. Ich nehme die erstbeste Möglichkeit war, um aus dem heftigen Regen zu kommen. Das Vordach eines Supermarktes biete den notwendigen Schutz.
Ich rufe zu Hause an. Yvonne hatte ich zuvor bereits auf einen möglichen nächtlichen SOS Ruf vorbereitet. Die Knie schmerzen derart, dass ich mir nicht mal mehr den Weg bis zum Bahnhof am nächsten Morgen zutraue. So bitte ich um Abholung mit dem Auto aus Husum.
Die Nacht verbringe ich sitzend in den Schlafsack gekauert und frierend vor dem Supermarkt.
Gegen 07.30 Uhr trifft die erhoffte Rettung ein. Ja, so plötzlich und ruhmlos endet mein erster Radurlaub, der in ein echtes Abenteuer mutierte.
Fazit:
Im Nachhinein kann ich nicht behaupten keinen Spaß gehabt zu haben. Im Gegenteil. Mit dem erworbenen Wissen und den gesammelten Erfahrungen fühle ich mich nun besser gewappnet für die nächste Mehrtagestour. Dann würde ich allerdings die Planung doch akribischer gestalten. Aber auch eine improvisierte Selbstversorgertour würde ich wieder beginnen. Dann allerdings mehr Zeit für die Unterkunftssuche investieren und nicht zwingend allein starten.

voll beladen.

Nord-Ostseekanal bei Rendsburg.

Kanal ohne Blitzlicht geknippst.

Kanalunterführung mit Fahrstuhl.

Kiosk in Lohe.

Verkaufsraum des Kiosk.

Frühstücksraum im Umbau.

Flensburg Hafen

Flensburg Hafen

Flensburg Hafen.

Campingplatz Krusa.

nach dem Duschen...
....hängen die Klamotten zum Trocknen.

Die Dänin mit ihrem Mann

Museum in Froslev.

ehemaliger Wachturm.


Ausstellung im Museum Froslev


Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen KZ

Dänische Ausschilderung.

Radwandernde Schulklassen in Padborg
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