Survival im Garten

Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Trotz der schlechten Wetterprognosen für das Osterwochenende hatte ich mir vorgenommen mit dem Rad zu fahren.
Quasi als erste Generalprobe für meinen im Sommer anstehenden Radurlaub wollte ich auf blauen Dunst ein paar Tage losziehen.
Als erstes musste ich feststellen, dass mein 18 Liter-Rucksack bei weitem nicht für einen mehrtägigen Urlaub ausreicht. Ich werde um einen Neukauf nicht herumkommen. Obwohl auch mein Sommerurlaub als Tour mit Minimalausrüstung unter spartanischen Komfortansprüchen geplant ist, habe ich den Bedarf an Ausrüstung doch arg unterschätzt.
Für das Osterwochenende galt es aufgrund des geringen Stauraums beim Packen also weitere Abstriche zu machen.

Doch beim Radcheck lösten sich dann alle weiteren Gedanken an einen spontanen Ausflug in Wohlgefallen auf. Ich stellte einen Speichenbruch am Hinterrad fest. Ohne passende Ersatzspeiche-keine Tour.

Meine Frau zeigt mir´nen Vogel, als ich ihr, bockig wie ein kleiner Junge, erklärte nun das Zelt im Garten aufstellen zu wollen. Ich tat es dennoch. So hatte ich die Möglichkeit mein uraltes Zelt auf seine Vollständigkeit zu prüfen. Zu meiner Freude hielt das vor 20 ! Jahren angeschaffte Teil sogar noch den nächtlichen Schauern stand.
Bei 5 Grad heute Nacht konnte auch mein Bundeswehr-Schlafsack seine Qualitäten als treuer Begleiter einmal mehr unter Beweis stellen.

Meine eigenen Fähigkeiten als ``Outdoor-Experte´´ habe ich dagegen stark unterschätzt. Zu meiner Bundeswehrzeit, so mit 20 Jahren, hatte es mich nie gestört ohne Kopfkissen und nur auf der Isomatte irgendwo, notfalls sogar ohne Zelt, im Wald zu schlafen.
Ich muss zu meiner Verbitterung feststellen, dass ich älter geworden bin. Ganz spurlos ist die Nacht nicht an mir vorbeigegangen. Mit dem harten Boden könnte ich mich zur Not noch abfinden, aber auch nur nocheinmal eine Nacht mit dem Kopf auf dem Rucksack zu liegen- unvorstellbar.

So war es vielleicht ganz gut, diese erste Generalprobe daheim durchgeführt zu haben. Immerhin habe ich so weitere Erfahrungen im Bezug auf die Ausrüstung und die Materialwahl gewonnen. In den nächsten Tage gilt es also das Equipemeint zu verbessern und zu vervollständigen.
Insbesondere das Zelt (2,2, KG) wird einem Tarp aus Eigenbau weichen müssen. Aber auch der BW - Schlafsack, so gut er isolieren mag, ist für´s Rad zu schwer.

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