Sonntag, 28. September 2014

Es gibt Tage, da bleibt man besser im Bett

Rund 100 Km sollten es heute werden. Nur Kumpel Jan war mutig genug diesen Ritt mit mir zu wagen.
Von Tremsbüttel sollte es über Stock und Stein zunächst zum Zwischenstop in Badendorf gehen. Anschließend war eine 20 Km Schleife über den Übungsplatz Wüstenei geplant um dann die 40 Km Heimweg anzutreten.
Doch selbst für die ersten 40 Km bis nach Badendorf brauchten wir eine Ewigkeit. Bereits in Bad Oldesloe meldete Jan "Plattfuß hinten". "Ich vorne", erwiederte ich. Beim Versuch unsere Reifen von den Felgen zu pulen, brachen wir dann zeitgleich die Reifenheber ab.
"Kein Problem", ruf ich Jan zu. Hatte ich mir doch kürzlich ein sündteures Multitool inklusive Reifenheber zugelegt. Angesetzt-gehebelt-knack-abgebrochen. Das nächste was knackt ist dann Jan´s auf dem Weg liegende Radbrille auf die ich trete....Beinahe unnötig zu erwähnen, dass Jan nach dem Aufpumpen feststellt, dass sein Schlauch ein zweites Loch hat. Es ist zum Mäuse melken.

Nach einer gefühlten Ewigkeit können wir unsere Fahrt fortsetzen. Aber irgendwie ist die Luft raus. Diesmal nicht aus den Reifen, sondern aus uns. Wir rätseln woran es liegen mag, finden allerhand Erklärungen. Doch keine davon ist schlüssig. Fakt ist jedoch, dass wir uns heute richtig schwertun. Die Beine fühlen sich an wie Kaugummi, selbst kleinste Erhebungen tun richtig weh. Irgendwie fehlt auch die Motivation. Ich fühle mich müde, schläfrig und abgespannt. Jan geht es eben so.
Und als mir ein paar Kilometer dann auch noch zweimal die Kette reißt, muss ich mich beherrschen das Rad nicht wütend in den Wald zu feuern.

Das Ortsschild "Badendorf", dass wir nun endlich passieren, ist fast wie eine Erlösung. Wir kehren bei Yvonne ein, werden verpflegt und sollten eigentlich zeitnah wieder aufbrechen. Sollten wir, machen wir aber nicht. Das Sofa ist bequem, das Fernsehprogramm nicht uninteressant und unsere Motivation irgendwo unterwegs gänzlich verloren gegangen.
Den Schlenker über den Übungsplatz, wegen dem wir ursprünglich aufbrachen, lassen wir aus, fahren stattdessen direkten Weg wieder Richtung Heimat. Bei Pölitz legen wir einen "kurzen" Zwischenstop ein. Während Jan telefoniert, döse ich im Straßengraben sitzend vor mich hin. Über eine Stunde verdaddeln wir. Als wir wieder aufbrechen wollen, ist mein Vorderreifen platt!

Es gibt einfach Tage, da bleibt man besser im Bett!

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